Kleopatra Die Traumfrau der Antike

Als Göttin verehrt, als Hure geschmäht: Kleopatra verführte zwei mächtige römische Feldherren, um ihr Reich Ägypten zu retten. Doch am Ende verlor sie alles. Historiker und Archäologen versuchen Fakt und Legende voneinander zu trennen: Wer war die legendäre Königin vom Nil?
Von Emanuel Eckardt

Von allen Legenden, die sich um das Leben der Königin vom Nil ranken, ist die Geschichte ihrer ersten Begegnung mit Julius Cäsar sicherlich die schönste. Über der Stadt Alexandria liegt Dunkelheit, als ein kleines Boot unbemerkt im Hafen festmacht. Ein Mann trägt einen Teppich zum Königspalast, auf ein Zeichen hin wird er eingelassen. Kurz darauf rollt er das Bündel vor dem römischen Feldherrn aus, der mit der Absicht ins Land gekommen ist, den andauernden Streit um den ägyptischen Thron zu beenden: Zu Cäsars Füßen liegt eine junge Frau von 21 Jahren. Ein unmissverständliches Angebot an den 52-Jährigen, der bekannt dafür ist, kaum einer Schönen widerstehen zu können. Es ist eine Nacht im Herbst des Jahres 48 v. Chr. Das berühmteste Liebespaar der Welt hat sich gefunden. Verführt sie ihn? Erobert er sie? Oder ist es beiderseits Liebe auf den ersten Blick? Kurz darauf ist Kleopatra schwanger.

Seit mehr als 2 000 Jahren erregt Kleopatra die Phantasie, wie keine andere beschäftigt sie die Künste: verteufelt als Kurtisane vom Nil, verklärt als Tragödin, die an ihrer Liebe scheitert und eine jahrtausendealte Kultur in den Abgrund reißt. Der römische Schriftsteller Plinius der Ältere setzte den Namen Regina meretrix– "Königin Hure" – in die Welt, sein Kollege Properz ließ sie gar unter ihren Sklaven von Hand zu Hand gehen. Der Dichter Dante geißelte im Mittelalter ihre Wollust im Höllenkreis der "Göttlichen Komödie", Boccaccio fand kein besseres Beispiel für Habgier, Grausamkeit und Geilheit. Haben sie Recht?

Kleopatra VII. regiert im 1. Jahrhundert v. Chr. über das reichste Land der Welt. Sie residiert in einem weitläufigen Palast- und Tempelbezirk in Alexandria, der Stadt, die Alexander der Große 331 v. Chr. gegründet hat. Eine halbe Million Menschen leben in dieser Metropole, Griechen und Römer, Ägypter und Nubier, Gallier und Juden, die in 2500 Tempeln und Kultstätten ihre Gottheiten verehren. Nachts weist Pharos den Schiffen den Weg; der hoch aufragende Leuchtturm bewacht den größten Hafen und Handelsplatz der Antike. Alexandria ist auch eine Stadt des Geistes, in der die Elite der Wissenschaft forscht. Die Alexandrinische Bibliothek versammelt das Wissen der Zeit auf einer halben Million Papyrusrollen.

Seit 300 Jahren herrschen die Ptolemäer, ein kleiner hellenistischer Clan, über sieben Millionen Ägypter. Sie sind Nachfahren des makedonischen Heerführers Ptolemaios, der an der Seite Alexanders des Großen gekämpft und sich nach dessen Tod diesen fruchtbarsten Teil der Alten Welt gesichert hat. Die Ptolemäer heiraten ihre eigenen Schwestern, damit kein fremder Lebenssaft die königlichen Blutbahnen stört. Doch der Familienfrieden leidet unter gnadenlosen Machtkämpfen.

Ptolemaios XII., der Vater Kleopatras, will die Unabhängigkeit seines Landes vor dem Zugriff der neuen, expandierenden Großmacht Rom bewahren, die schon Griechenland, Kleinasien und den Vorderen Orient unter ihrer Kontrolle hat. Er zahlt gewaltige Bestechungssummen an die römischen Herrscher. So ruiniert er Ägyptens Staatsfinanzen, wird schließlich aus Alexandria verjagt und findet in Rom Asyl. Drei Jahre später helfen ihm die Römer, sein Reich mit Waffengewalt zurückzuerobern.

Als der Pharao 51 v. Chr. stirbt, ist Kleopatra 18 Jahre alt. Gemeinsam mit ihrem zehnjährigen Bruder Ptolemaios XIII. wird sie Königin von Ägypten. Die Vormundschaft hat der verstorbene Vater testamentarisch dem römischen Volk übertragen. Es dauert nicht lange, da liegen die Geschwister im Krieg, und Kleopatra wird aus dem Palast vertrieben. Rom interveniert – und entsendet Julius Cäsar, seinen besten Mann. Er hat die Iberer in Spanien und die zahlenmäßig weit überlegenen Heere der Gallier besiegt, die Grenzen des Römischen Reichs im Westen bis an den Atlantik und im Norden bis an den Rhein vorgeschoben und damit die Fundamente einer Supermacht geschaffen, die ein halbes Jahrtausend lang bestehen sollte.

Den Vorwand für Roms Intervention liefert sein Widersacher, der Feldherr Pompejus, der in Alexandria Zuflucht gefunden hat. Die Berater, die Kleopatras mittlerweile 13-jährigen Bruder steuern, wollen es sich mit dem mächtigen Cäsar nicht verderben. Sie töten Pompejus und senden Cäsar den abgeschlagenen Kopf. Der aber reagiert wider Erwarten zornig. Kein fremdes Volk habe das Recht, einem Römer einen so schimpflichen Tod zu bereiten.

Er verlangt, dass beide streitenden Parteien ihre Heere entlassen, dass Kleopatra und Ptolemaios persönlich vor ihm erscheinen. Wie aber soll Kleopatra das gelingen? Sie hält sich an der syrischen Grenze auf, ihre Residenzstadt Alexandria ist in den Händen ihrer Feinde. So kommt es zu der Idee mit dem Nachtkurier, der Cäsar einen Teppich, eine Königin und ein Weltreich zu Füßen legt.

Cäsar entscheidet den Alexandrinischen Krieg zu seinen Gunsten. Der Knabe Ptolemaios überlebt ihn nicht. Der Römer setzt Kleopatras nächsten Bruder als Ptolemaios XIV. mit auf den Thron und reist ab. Neue Kriege warten auf ihn, er marschiert nach Pontus am Schwarzen Meer.

Kleopatra bekommt ihr erstes Kind im September 47 v. Chr. Sie nennt es Kaisarion, den Sohn Cäsars. Im Jahr darauf bricht sie mit dem Baby und ihrem Pharaonenbruder nach Rom auf. Sie logiert als Regina amica ("befreundete Königin") in Cäsars Haus rechts des Tiber und hält dort Hof, während Cäsar seine Dienstwohnung im Stadtzentrum mit Ehefrau Calpurnia bewohnt. Zur Geliebten hat er es nicht weit, 15 Minuten zu Fuß, in der Senatorensänfte geht’s noch etwas schneller.

Cäsar steht zwischen zwei Frauen. Er will sich nicht scheiden lassen, denn die Ehe mit Calpurnia, der Tochter des einflussreichen Senators und Konsuls Piso, sichert seine Machtbasis in Rom. Er will aber auch nicht auf Kleopatra verzichten. Seine Affäre macht ihm im Senat, den er wegen seines Strebens nach Alleinherrschaft ohnehin schon gegen sich hat, noch mehr Feinde. Ein Herrscher, der alles einfach auf sich zuschneidet? Der römische Interessen in den Schoß einer fremden Macht legt?

Niemand warnt ihn. Außer Calpurnia, doch er hört nicht auf sie. Am 15. März 44 v. Chr. geht Cäsar in die Senatssitzung im Saal des Pompejustheaters. Dort stürzen sich Verschwörer mit Dolchen auf ihn. Marcus Iunius Brutus, einer der Anführer und Sohn einer früheren Geliebten, führt den letzten von 23 Messerstichen. "Auch du, mein Sohn?" sind angeblich Cäsars letzte Worte. Vermutlich aber hat er sie nie gesprochen. Nach zwei Dutzend Messerstichen macht niemand mehr große Worte.

Nach der Ermordung Cäsars gerät Rom in Aufruhr. Kleopatra kann nicht länger bleiben. Sie ist möglicherweise zum zweiten Mal schwanger, erleidet eine Fehlgeburt. Überstürzt besteigt sie ihr Schiff und reist mit ihrem Gefolge nach Ägypten. In Alexandria stirbt ihr 14-jähriger Bruder, Gemahl und Mitregent Ptolemaios XIV. aus ungeklärter Ursache. War es Gift? Ein böser Verdacht lastet auf der Königin vom Nil. Beweise gibt es nicht, wohl aber ein Motiv. Sie ernennt ihren kaum dreijährigen Sohn als Ptolemaios XV. Kaisarion zum neuen Pharao an ihrer Seite – aus ihrer Sicht die natürliche, gottgewollte Verbindung der beiden Reiche in einer Person. Ihr Kind trägt die Zukunft Ägyptens in sich. Ihr Ziel ist es, die Zukunft zu sichern.

Lesen Sie weiter: Wie Kleopatra den mächtigen Cäsar-Erben Marcus Antonius bezirzte und mit ihm beinahe Rom erobert hätte - von der Seeschlacht bei Actium bis zum sagenumwitternden Tod der Königin im Isis-Tempel.

Zwei Männer nehmen die Verfolgung der Mörder Cäsars auf: sein zierlicher und intelligenter Adoptivsohn Octavian und der selbstbewusste, beliebte Heerführer Marcus Antonius. Gemeinsam mit dem politisch bedeutungslosen Marcus Aemilius Lepidus bilden sie ein Triumvirat, eine Herrschaft zu dritt. Octavian ist verantwortlich für den Westen, Marcus Antonius für den Osten des Imperiums; Letzterer also für die Beziehungen zu Ägypten. Kleopatra ist 29 Jahre alt, als Marcus Antonius sie zu sich zitiert. Er hat seine Flotte in Ephesos versammelt und lässt sich – wohl nicht ganz zufällig – als Dionysos feiern, als Gott der Lebensfreude, der freien Liebe und des Weines. Kleopatra folgt seinem Wunsch nicht in Demut, sondern noch immer mit dem Stolz einer Herrscherin. Wenn er sie sehen wolle, so lässt sie ihn wissen, dann müsse er sie schon auf ihrem Schiff besuchen. Sie empfängt ihn bei Tarsos, hingegossen als Göttin Isis – es ist die berühmte Szene, die Poeten und Hollywoodregisseure nicht mehr hat ruhen lassen.

"Eines war allen Erscheinungsweisen der Gottheit gemeinsam: die Nacktheit", schreibt der Althistoriker und Kleopatra-Forscher Manfred Clauss. "Auf ihrem Schiff umstanden junge Knaben als Eroten die Herrscherin der Liebe. Sie war die Göttin der Liebe, und daher war für sie Liebe Leben, und Liebe und Sexualität gehörten zur Religion und alles zusammen zur Politik, die ebenso Teil ihres Lebens war."

Die Bündnispolitikerin Kleopatra trägt nichts außer einer goldenen Krone, einem Perlencollier und einer Perlenkette, die sich über der Brust kreuzt. Möglicherweise noch einen Perlentanga. Kein Wunder, dass Marcus Antonius schwach wird. Kurz darauf ist Kleopatra wieder schwanger. "Sie schlief nicht mit den mächtigsten Männern ihrer Zeit, weil sie eine Hure war, sondern um Kinder von ihnen zu bekommen", erklärt der Archäologe Bernard Andreae, der zwölf Jahre lang das Deutsche Archäologische Institut in Rom leitete. Liebe war für sie ein Mittel dynastischer Politik.

Marcus Antonius ist 40, als er sich mit Kleopatra verbindet. Sie schenkt ihm drei Kinder. Nun ist sie Isis, die Gebärende, in Menschengestalt. In ihrem Machtkalkül ist kein Platz für eine Rivalin. Arsinoe IV., ihre Schwester, muss sterben. Sie ist 16, vielleicht 18 Jahre alt. Marcus Antonius lässt sie umbringen. Er macht Kleopatra Phönikien, Teile von Kilikien und Arabien und die wertvollen Balsamdistrikte von Judäa zum Geschenk. Und er trennt sich von Octavia, der Schwester Octavians, mit der er zwei Töchter hat.

Bei den Römern zu Hause stößt der ganze Zirkus auf Ablehnung. Octavian, der Rivale des Marcus Antonius, hat an Einfluss gewonnen. Geschickt bringt er die Römer gegen ihn auf. Vor allem, als herauskommt, was Marcus Antonius in seinem Testament verfügt hat, das nach alter Sitte im Tempel der Vesta hinterlegt wurde. Octavian hat die Vestalinnen gezwungen, es ihm auszuhändigen – ein Verstoß gegen heiliges römisches Recht. So erfahren die Römer, dass Marcus Antonius neben Kleopatra in Alexandria bestattet werden will. Soll das etwa die neue Hauptstadt werden? Soll Rom die Kontrolle über das Weltreich an Ägypten verlieren? Die Stimmung wendet sich gegen Marcus Antonius. Rom erklärt Kleopatra – und damit auch ihm – den Krieg.

Er nimmt die Herausforderung an. Stellt eine Armee aus Römern, Ägyptern und 13 verbündeten Königen auf, von denen elf persönlich an dem Feldzug teilnehmen. In einem beispiellosen logistischen Kraftakt werden 100.000 Fußsoldaten, 12.000 Reiter und mehrere tausend Pferde auf 500 Kriegsschiffe verladen. Die Armada segelt über die Ägäis nach Athen, wo die Griechen auf der Akropolis einer Statue der Kleopatra im Gewand der Isis huldigen.

Marcus Antonius schlägt sein Winterquartier an der griechischen Westküste auf, bereit zum großen Sprung nach Italien. Er fühlt sich stark, hat die größere und schlagkräftigere Armee, dazu die größeren Schiffe, schwimmende Festungen, die eigentlich jedem Feind haushoch überlegen sein müssten. Aber er steht einem erfahrenen Strategen gegenüber: Agrippa, einem militärischen Genie in Diensten Octavians. Der greift schon früh an, erobert mit kleinen, wendigen Schiffen die Städte, Stützpunkte und Häfen rund um das Lager des Marcus Antonius in Actium.

Die Nachschubwege sind abgeschnitten, Hunger und Krankheiten breiten sich aus. Marcus Antonius sucht die Entscheidung auf See. Die Schlacht von Actium im September 31 v. Chr. wird zu einem Lehrstück der Kriegskunst, zu einem Thema aller großen Militärtheoretiker in den zwei Jahrtausenden danach. Agrippas Flotte kesselt die Dickschiffe von Marcus Antonius ein. Ungünstiger, jedoch von ihm gut berechneter Wind reißt die Front des Gegners auseinander. Seine schnellen Schiffe greifen die großen von allen Seiten an, rammen sie, zerstören die Ruder. Die Mannschaften werfen Flammentöpfe, setzen die Flotte des Marcus Antonius in Brand. Kleopatra sieht das Flaggschiff ihres Geliebten brennen. Marcus Antonius gewahrt mit Entsetzen, wie sie mit ihrem Schiff die Flucht ergreift. Er steigt auf einen kleinen Segler um und flieht ebenfalls, der Königin hinterher. Die Schlacht von Actium geht verloren. Es ist für beide der Anfang vom Ende.

Doch Kleopatra weigert sich, die Niederlage einzugestehen. Als sie in den Hafen von Alexandria einläuft, lässt sie Siegeszeichen setzen, und das Volk jubelt ihr zu. Als wenig später die Wahrheit ans Licht kommt, zieht sie sich in ihren Palast zurück und feiert ein Fest nach dem anderen, so als wäre nichts geschehen. Marcus Antonius verschwindet in seine Residenz und sucht vermutlich Trost im Alkohol.

Octavian lässt sich Zeit. Erst ein Jahr später rückt er in Ägypten ein. Die Truppen des Marcus Antonius laufen zu ihm über. Ihr Feldherr hat sein Charisma verloren, und sein Gegenspieler verspricht ihnen nicht nur Straffreiheit, sondern auch mehr Sold und besseres Essen, wenn sie die Seite wechselten. So fällt ihm Alexandria fast kampflos in die Hände.

Der letzte Akt der Tragödie beginnt. Kleopatra zieht sich in den Isis-Tempel zurück und lässt den Eingang verrammeln. Marcus Antonius stürzt sich ins Schwert. An Seilen, so heißt es später, wird er in den Isis-Tempel gehievt. Er stirbt, so die Legende, in Kleopatras Armen. Offenbar trifft sich die Herrscherin Ägyptens bald danach mit Octavian. Sie hofft, den Thron für ihren Sohn zu retten. Wie dieses Zusammentreffen verläuft, bleibt rätselhaft. Beim Historiker Cassius Dio tritt sie als verführerische Schönheit auf, bringt Briefe Cäsars mit, fällt vor Octavian auf die Knie. Bei Plutarch scheint sie eher auf Mitleid zu spekulieren, aufgelöst in Tränen, mit zerkratzten Brüsten. Der Römer aber lässt sie abblitzen. Dieser Heerführer, das merkt sie schnell, wird vor ihr nicht schwach.

Die Aussicht, als Kriegsbeute in Ketten im Triumphzug durch Rom geführt zu werden, treibt die 39-Jährige wohl in den Tod. Lässt sie eine Kobra in einem Korb voller Feigen an den römischen Wachen vorbeischmuggeln, um durch ihr Gift aus dem Leben zu scheiden? Schreibt sie noch an Octavian, dass sie gemeinsam mit Marcus Antonius begraben werden möchte? Der Römer, so steht es bei Plutarch, ahnt Böses und lässt die Tür zum Isis-Tempel aufbrechen. "Sie fanden Kleopatra schon tot im königlichen Schmucke im Bett liegen."

Niemand hat diese letzten Stunden so ausführlich beschrieben wie der griechische Schriftsteller. Dabei ist Kleopatra schon 100 Jahre tot, als er die Geschichte niederschreibt. Seine Quelle ist sein Großvater, dessen Freund Philotas in Alexandria Medizin studierte, bevor er Leibarzt des Sohns von Marcus Antonius wurde. Dabei lernte er einen Koch kennen, der erzählte, dass er am Hof von Alexandria gewesen sei. Sicher hatte er auch Zugang zur königlichen Gerüchteküche. So kommt auch dem Chronisten das Ganze nicht recht geheuer vor. "Den wahren Hergang der Sache jedoch weiß niemand", fügt er am Ende seiner Darstellung hinzu.

Die Geschichte vom Selbstmord durch Schlangenbiss ist zu einer unverwüstlichen Legende geworden. Wahr ist sie vermutlich wohl nicht. "Der Biss einer Uräusschlange ist selten tödlich", sagt Guido Westhoff, Schlangenforscher am Institut für Zoologie der Universität Bonn. "Und wenn, kann es Stunden dauern, ehe der Anteil an Neurotoxin im Schlangengift das Atemzentrum lähmt und den Herzstillstand verursacht." Angeblich hat dieselbe Schlange auch noch die Hausdamen Eiras und Charmion getötet, was zumindest in dem geschilderten Zeitraum höchst unplausibel erscheint. "Wahrscheinlicher ist, dass Octavian die Königin umbringen und den Selbstmord vortäuschen ließ, um in Alexandria keinen Aufstand zu riskieren", vermutet der Archäologe Andreae.


Gekürzte Fassung, die vollständige Version dieses Artikels finden Sie in der aktuellen Ausgabe von "National Geographic".

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