Studie zu Folgen der Klimakrise Extreme Hitze kann extrem teuer werden

Hitzewellen werden häufiger. Am Beispiel der US-Stadt Phoenix hat eine Naturschutzorganisation vorgerechnet, wie hoch die Kosten sind, die daraus resultieren. Und gezeigt, was Kommunen gegen die Temperaturen tun können.
In Phoenix, Arizona, kann es so heiß werden, dass sich Fußgänger mit Schirmen vor der Sonne schützen. Die auf der Tafel angezeigte Temperatur von 122 Grad Fahrenheit entspricht 50 Grad Celsius

In Phoenix, Arizona, kann es so heiß werden, dass sich Fußgänger mit Schirmen vor der Sonne schützen. Die auf der Tafel angezeigte Temperatur von 122 Grad Fahrenheit entspricht 50 Grad Celsius

Foto: Ralph Freso / Getty Images

Extreme Hitze belastet die Natur, die Tiere, die Pflanzen, die Menschen – und sie belastet den Finanzhaushalt einer Stadt oder Gemeinde. Zu diesem Schluss kommt eine Studie  der Naturschutzorganisation The Nature Conservancy und der Infrastruktur-Beratungsfirma AECOM.

Klimakrise

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Untersucht wurden die Kosten steigender Temperaturen am Beispiel der Stadt Phoenix im US-Bundesstaat Arizona. Die Autorinnen und Autoren der Studie betrachteten vier Bereiche: die menschliche Gesundheit, die Arbeitsproduktivität, Elektrizität und das Straßennetz.

In Phoenix – der mit 1,6 Millionen Einwohnern fünftgrößten Stadt der Vereinigten Staaten – war es schon immer sehr warm. Aber: Bedingt durch den Klimawandel ist es noch heißer geworden. Noch Anfang September waren die Temperaturen auf knapp 44 Grad Celsius gestiegen. Im Sommer dieses Jahres waren Werte von 48 Grad gemessen worden.

Der Studie zufolge kostet extreme Hitze die Menschen im Großraum Phoenix jedes Jahr 7,3 Millionen US-Dollar – allein für Notaufnahmen und Krankenhausaufenthalte, die durch hitzebedingte Krankheiten verursacht worden sind. Insgesamt betrügen die Kosten im Bereich der Gesundheit mehr als 900 Millionen US-Dollar pro Jahr, abhängig vom Emissionsszenario auch mehr.

Die Hitze kostet auch Menschenleben

Zudem habe die Belastung durch die Hitze eine sozioökonomische Komponente: Der Hitze am stärksten ausgesetzt seien Menschen in einkommensschwachen Gemeinden. Im Bezirk Maricopa in der Metropolregion von Phoenix wurden im Jahr 2020 etwa 323 hitzebedingte Todesfälle verzeichnet.

Weil viele Tätigkeiten bei extremer Hitze weniger gut ausgeführt werden können, sinke die Arbeitsproduktivität – mit einem Schaden von mindestens 900 Millionen Dollar.

Einen weiteren Kostenpunkt stellt die Instandhaltung der Straßen in der Metropolregion dar: Weil die hohen Temperaturen die Straßen und Autobahnen verbeulen, zerfurchen und rissig werden lassen, müsse die Verkehrsbehörde jedes Jahr mehrere Millionen Dollar für die Reparatur bezahlen.

Jährlich rund 115 Millionen Dollar koste der erhöhte Energiebedarf, der mit extremer Hitze einhergehe.

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Es gibt Lösungsansätze

Dass es heiß wird, lässt sich nicht verhindern. Aber: Die Studie zeigt Möglichkeiten auf, wie sich die Stadt gegen die Hitze rüsten kann. Würden in Phoenix Bäume  gepflanzt, die in einem Viertel der Stadt Schatten spenden, und würden alle Gebäude mit Dächern gedeckt, die keine Wärme absorbieren, verhieße das nicht nur Erleichterung für die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt. Sondern auch: eine Verringerung der Hitzekosten in den nächsten drei Jahrzehnten um Milliarden von Dollar.

vki/AP
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