Uno-Report über Gebäudeemissionen Klimaproblem, in Beton gegossen

Der Betrieb von Gebäuden trägt zunehmend zum globalen Treibhausgasausstoß bei, berichtet die Uno. Sie befürchtet auch, dass bald Umweltaspekte beim Bau von Gebäuden vermehrt vernachlässigt werden.
Baustelle in Hessen: Der indirekte Treibhausgasausstoß nimmt zu

Baustelle in Hessen: Der indirekte Treibhausgasausstoß nimmt zu

Foto: Arne Dedert / dpa

Die Bau- und Gebäudewirtschaft liegt laut einem Uno-Bericht  beim Treibhausgasausstoß auf Rekordniveau und hinkt damit den im Pariser Klimaschutzabkommen festgelegten Zielen hinterher. Der Sektor macht mittlerweile 38 Prozent der globalen CO2-Emissionen aus.

»Insgesamt hat sich der Gebäude- und Bausektor 2019 nicht in Richtung des im Paris-Abkommen festgelegten Ziels bewegt, die globale Durchschnittserwärmung weit unter zwei Grad Celsius zu halten«, heißt es dem Bericht des Uno-Umweltprogramms (Unep). Stattdessen entferne sich der Sektor von den Vorgaben.

Strom aus fossilen Brennstoffen

Zwar seien die direkt von Gebäuden ausgestoßenen Emissionen konstant geblieben, doch der indirekte Ausstoß nehme zu, etwa durch höheren Stromverbrauch.

»Die Zunahme der Emissionen im Gebäudesektor liegt an der fortgesetzten Nutzung von Kohle, Öl und Gas für Heiz- und Kochzwecke in Verbindung mit höherem Stromverbrauch in Weltregionen, in denen die Energiegewinnung stark durch fossile Brennstoffe gesichert wird«, schreiben die Autoren.

Im auslaufenden Jahr sei der Bausektor durch die Corona-Restriktionen schwer ausgebremst worden. Global seien seine Aktivitäten im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 25 Prozent geschrumpft. Hier seien rund zehn Prozent aller Arbeitsplätze weggefallen oder gefährdet.

Anreize für nachhaltige Bauen

»Die jüngsten Schätzungen gehen von einem sechsprozentigen Verfall des Gebäude-Marktwerts gegenüber den Werten von 2019 aus«, heißt es in dem Bericht. Die Unep befürchtet dadurch negative Auswirkungen beim umweltfreundlichen Bauen.

Wichtig seien daher beim Wiederanfahren der Volkswirtschaften nach den Beschränkungen entsprechende finanzielle Anreize für den Bausektor durch den Staat. Nötig sei ein schneller Übergang von herkömmlichen Materialien hin zu Zukunftstechnologien.

Ziel des Pariser Abkommens ist eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit.

jme/dpa