Klimawandel Skeptiker sind in Deutschland eine Minderheit

Eine wissenschaftliche Befragung von 3000 Deutschen zeigt: Die große Mehrheit sieht den Klimawandel als ernstes, vom Menschen verursachtes Problem. Skeptiker finden sich hierzulande deutlich seltener als in den USA.
Klimakonferenz in Kopenhagen, 2009: Wie stehen die Deutschen zum Thema Klimawandel?

Klimakonferenz in Kopenhagen, 2009: Wie stehen die Deutschen zum Thema Klimawandel?

Foto: ADRIAN DENNIS/ AFP

Sieben Prozent der Deutschen sind Klimaskeptiker: Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam der Universität Hamburg nach einer Telefonbefragung von 3000 zufällig ausgewählten Teilnehmern. Im Fachmagazin "Global Environmental Change"  berichten Anita Engels und ihre Kollegen, dass demnach der Anteil von Skeptikern in Deutschland geringer ist als in angelsächsischen Ländern.

Der Studie zufolge sind die Skeptiker weniger an Umweltschutz interessiert und bewerten fossile Brennstoffe etwas positiver. Doch im Gegensatz zu den Skeptikern in den USA, die vorwiegend aus der weißen Mittelschicht stammen und politisch aktiv sind, gibt es der Umfrage zufolge kein vergleichbar klares Profil der deutschen Skeptiker. Weder politische Ansichten, Bildung oder Geschlecht beeinflussten demnach die Einstellung zum Klimawandel. Finanziert wurde die Studie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

In den 2011 geführten Telefoninterviews ordneten die Wissenschaftler ein, wie die Befragten zum Thema Klimawandel stehen. Und zwar anhand deren Zustimmung oder Ablehnung gegenüber den folgenden vier Aussagen:

  • Es gibt gegenwärtig einen Klimawandel.
  • Der Klimawandel ist vom Menschen verursacht.
  • Der Klimawandel ist ein ernstes Problem.
  • Die Klimaforschung ist einhellig der Meinung, dass es einen Klimawandel gibt.

Die Befragten konnten jeweils aus fünf Stufen von "stimme voll und ganz zu" bis "stimme überhaupt nicht zu" wählen.

Lediglich zwei Prozent von ihnen stimmten der ersten Aussage überhaupt nicht zu, fünf Prozent stimmten ihr "eher nicht" zu. Das gleiche Bild ergab sich auch bei der dritten Aussage, also der Einstellung zu möglichen Konsequenzen des Klimawandels.

Nur ein Prozent lehnte die Aussage, dass der Mensch den Klimawandel verursache, völlig ab. Vier Prozent stimmten "eher nicht" zu. Insgesamt acht Prozent zweifeln etwas oder stark am weitgehenden Konsens der Klimawissenschaftler.

In den USA gebe es wesentlich mehr Skeptiker - und "Totalleugner", so die Wissenschaftler der Uni Hamburg. Während in der Umfrage nur zwei Prozent völlig ablehnten, dass sich das Klima derzeit verändert, teilten in den USA zwölf Prozent diese Ansicht.

Im Hinblick auf die geplante Energiewende scheine das politische Klima also günstig, meinen die Forscher - schränken jedoch selbst ein, dass der Prozess wohl trotzdem nicht reibungslos ablaufen werde.

wbr
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