Kampf gegen das Virus Kliniken testen Ebolamittel an deutschen Coronakranken

Mediziner auf der ganzen Welt suchen derzeit nach einem wirksamen Medikament, um Covid-19-Erkrankten schnell zu helfen. Drei Krankenhäuser in Deutschland nehmen nun an einem experimentellen Versuch teil.
München Klinik Schwabing

München Klinik Schwabing

Foto: Lennart Preiss/ Getty Images

Die München Klinik Schwabing wird nach SPIEGEL-Informationen erstmals in Deutschland ein experimentelles Ebola-Mittel an Covid-19-Patienten erproben. An der klinischen Studie des amerikanischen Pharmakonzerns Gilead wollen auch die Universitätskliniken Hamburg und Düsseldorf teilnehmen. Das Medikament Remdesivir hemmt die Vervielfältigung des Erbguts von sogenannten RNA-Viren, zu denen auch das neuartige Coronavirus gehört, und gilt als eines der vielversprechendsten Mittel im Kampf gegen die neuartige Lungenkrankheit.

In China laufen bereits seit Februar zwei große Studien, in denen Remdesivir getestet wird. Ende April werden erste Ergebnisse erwartet. In den USA hat eine Studie am University of Nebraska Medical Center in Omaha begonnen. Das amerikanische Verteidigungsministerium macht Remdesivir erkrankten US-Soldaten bereits im Rahmen einer eigenen Studie zugänglich. "Noch im April soll es auch bei uns losgehen", sagt Clemens Wendtner, Chefarzt der Abteilung für Infektiologie und Tropenmedizin an der München Klinik Schwabing, gegenüber dem SPIEGEL.

Epidemiologen gehen davon aus, dass die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Deutschland in den kommenden Wochen stark ansteigen wird. "Ich denke, wir könnten ein wirksames Medikament dann gut gebrauchen", sagt Wendtner.

vh
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