Klonforscher Menschenversuche sollen im März starten

Der umstrittene US-Mediziner Panayiotis Zavos will im kommenden Monat mit dem Klonen von Menschen beginnen. Selbst Forscherkollegen halten die Pläne für unmoralisch.


Entkernung einer Eizelle: Klon-Experiment soll im März starten
AP

Entkernung einer Eizelle: Klon-Experiment soll im März starten

Schon im letzen Jahr hatte er es angekündigt, nun will Panayiotis Zavos Ernst machen: Wie der US-Mediziner der Zeitung "Boston Globe" anvertraute, sollen seine Klonexperimente im März beginnen. Zavos plant, mit Hilfe der umstrittenen Technik erstmals einen Menschen zu züchten.

Sein Team habe bereits zehn unfruchtbare Paare für den Versuch ausgewählt, sagte der frühere Universitätsprofessor der Zeitung. Einige der Paare seien Amerikaner, die heftig kritisierten Experimente sollen jedoch in einem anderen Land stattfinden, das Zavos nicht nennen wollte.

Mit seiner Ankündigung hatte Zavos im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt. Während manche Kollegen die Pläne des Mediziners nicht ernst nehmen, reagieren andere mit Besorgnis. "Technisch ist das möglich", sagte der Klonexperte Rudolf Jaenisch vom Whitehead Institut in Cambridge. "Aber man sollte ihn aufhalten. Er sollte wie ein Aussätziger behandelt werden, weil er etwas absolut Unmoralisches plant."

Wie viele andere Klonforscher arbeitet Jaenisch an Verfahren für das therapeutische Klonen. Dabei werden Stammzellen aus wenige Tage alten Embryos entnommen und zu neuem Gewebe herangezüchtet. Die meisten Befürworter dieser Technik distanzieren sich deutlich vom reproduktiven Klonen von Menschen, wie es Zavos verwirklichen will.

Neben ethischen Bedenken haben Klonexperten auch medizinische Einwände: So weisen Tierklone oft Geburtsleiden auf und sind häufiger chronisch krank. Erst am Montag hatten japanische Forscher eine Studie vorgelegt, wonach geklonte Mäuse früher sterben als ihre Artgenossen



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