Knochenfund Homo erectus lebte auch in Thailand

Der Java-Mann und der Peking-Mann könnten Konkurrenz bekommen: Erstmals haben Forscher auch in Thailand die Überreste eines Homo erectus entdeckt.


Rekonstruktion eines Homo erectus
DPA

Rekonstruktion eines Homo erectus

Bangkok - Frühe Vorfahren der Menschen lebten offenbar auch im heutigen Thailand, wie ein jetzt bekannt gewordener Fund nahe legt. Die Knochen seien der erste Beweis für die Existenz des Homo erectus in Asien außerhalb Chinas und Indonesiens, teilte Jirapan Attajinda mit, der Chef des Nationalen Forschungsrats Thailands. In Indonesien wurden 1891 die berühmten Fossilien des so genannten Java-Mannes entdeckt, in China fand man 1929 den Peking-Mann.

Der thailändische Knochenfund besteht aus vier Teilen der Schädeldecke eines Homo erectus, die Wissenschaftler 1999 bei einer Expedition ausgegraben hatten. Fundort ist eine entlegene Phosphat-Mine in der Provinz Lampang, etwa 500 Kilometer nördlich von Bangkok.

Analysen der Erdreichs, in dem die Schädelstücke gefunden wurde, ließen darauf schließen, dass sie mindestens 500.000 Jahre alt seien, erklärte Somsak Pramankij, ein Mitglied der Forschungsgruppe. Philip Tobias, ein renommierter Anthropologe an der Universität von Witwatersrand in Südafrika, hat die Knochen ebenfalls untersucht und die Vermutung bestätigt, dass es sich um Reste eines Homo erectus handelt.

Die ältesten bekannten Homo-erectus-Funde stammen aus Ost- und Südafrika. Studien legen nahe, dass sich der Homo erectus dort innerhalb von mehreren tausend Jahren zum ersten aufrecht gehenden Zweibeiner entwickelt hat.



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