König Richard III. Gebeine entdeckt, Gesicht rekonstruiert

Richard III. starb 1485 auf dem Schlachtfeld, doch seine Leiche verschwand. Im September 2012 fanden Archäologen unter einem Parkplatz verdächtige Gebeine. Im Februar 2013 ergab eine DNA-Analyse: Es sind tatsächlich die Überreste des berühmten englischen Herrschers.

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Das Schicksal Richards III. war seinen Nachfolgen auf dem Thron Englands offensichtlich ein abschreckendes Beispiel. Er war der letzte Herrscher Englands, der in einer Schlacht ums Leben kam. Nach seinem Tod bei Bosworth im August 1485 wurde sein Leichnam geschändet und nackt im Wirtshaus The New Wake ausgestellt. Danach verschwanden seine Gebeine.

Im September 2012 stießen Archäologen unter einen Parkplatz in Leicester auf ein Skelett. Im Februar 2013 wurde aus dem Verdacht Gewissheit: Ein DNA-Test ergab, dass es sich tatsächlich um die Gebeine des Herrschers handelt. Sie avancierten damit zur vielleicht wichtigsten archäologischen Entdeckung 2013.

Richard III. hörte nicht auf, Schlagzeilen zu machen. Nur einen Tag nach Bekanntwerden des Gentests enthüllte die "Richard III. Society" eine Rekonstruktion des Gesichts des Königs. Schon bevor klar war, ob die Knochen tatsächlich zu Richard III. gehören, hatten sich Wissenschaftler an die Arbeit gemacht. Basierend auf Aufnahmen eines Kernspintomografen erstellten sie zunächst ein digitales Bild des Gesichts des Mannes; auch Muskeln und Haut wurden per Computer hinzugefügt.

Anhand der entstandenen dreidimensionalen Büste wurde das Gesicht dann aus Plastik nachgebildet. Die Haut- und Augenfarbe entnahmen die Künstler und Wissenschaftler Porträts des Monarchen. Auch seine Kleidung empfanden sie den Bildern nach.

Die archäologischen Untersuchungen hatten auch ergeben, dass mit Richard III. nach seinem Tod nicht eben pietätvoll umgegangen worden war: Nach der Schändung und öffentlichen Zurschaustellung wurde sein Leichnam in eine viel zu kleine Grube gequetscht. Im Juli wurde bekannt, dass er 2014 in der Kathedrale von Leicester ein standesgemäßes Grab bekommen soll.

Danach stießen Forscher auf ein weiteres unappetitliches Detail über Richard III.: Bodenproben belegten, dass Majestätvon Spulwürmern befallen waren.

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mbe

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