Kommerzieller Klon Koreaner lassen toten Pitbull wiederauferstehen

100.000 Euro für ein zweites Leben: Ein südkoreanisches Labor soll für eine wohlhabende US-Amerikanerin deren toten Pitbull wiederauferstehen lassen. Der erste kommerzielle Hundeklon soll das Frauchen glücklich machen - ihr Hund hatte ihr einst das Leben gerettet.

Seoul - Die südkoreanische Firma RNL bietet den ersten kommerziellen Hunde-Klonservice der Welt an. Das Klonen werde von der Staatlichen Universität Seoul übernommen, während RNL Bio die geschäftliche Seite der Aktion betreue, berichtet die "Korea Times". Die erste Kundin ist eine US-Amerikanerin, die zu ihrem vor eineinhalb Jahren verstorbenen Hund eine besonders innige Beziehung hatte: Der Pitbull namens Booger hatte ihr einmal das Leben gerettet, als ein anderer Hund sie angriff. Die Frau verlor bei der Attacke einen Arm.

Nun wünscht sich die wohlhabende erste Kundin des Klondienstes einen Booger-Ersatz: "Sie hatte offenbar gesundheitliche Probleme und wurde von ihrem Hund dabei unterstützt, deshalb wollte sie einen Klon von Booger", sagte der Chef der Firma, Ra Jeong Chan, der Zeitung "Korea Times". Viele Menschen wollten ihre Hunde klonen, auch wenn dies teuer sei, fügte er hinzu.

Ra äußerte die Hoffnung, in den kommenden Jahren bis zu 500 Aufträge für die Züchtung von Haustierklonen für reiche Menschen zu bekommen. Die Universität der südkoreanischen Hauptstadt hatte im Jahr 2005 weltweit den ersten geklonten Hund präsentiert, einen Afghanen namens Snuppy. "Seither ist es keinem anderen Team je gelungen, Hunde zu klonen. Dies ist das erste Mal, dass ein Hund zu kommerziellen Zwecken geklont wird", sagte der Marketingchef von RNL Bio, Cho Seong Ryul.

Die Hundebesitzerin hatte Gewebe aus dem Ohr ihres Hundes entnommen, bevor dieser starb, und es von einem Biotechnologie-Unternehmen aufbewahren lassen. Daraus würden nun Zellen entnommen und in Eizellen eingesetzt, die dann acht Hündinnen eingepflanzt würden, so ein RNL-Sprecher. Bezahlen muss die Kundin nur im Erfolgsfall.

Der Erfolgsquote beim Klonen von Hunden sei bei seinem Team sehr hoch, fügte Cho hinzu. Die Kosten lägen mittlerweile bei weniger als 50.000 Dollar. Im vergangenen Sommer hatten Vertreter der Universität von Seoul einen Vertrag mit der südkoreanischen Zollbehörde unterzeichnet, der das Klonen von Spürhunden vorsieht.

Geleitet wird die Hunde-Klonierung von Lee Byeong-chun, einem früheren Mitglied der Arbeitsgruppe von Hwang Woo-Suk. Hwang war in die Schlagzeilen geraten, weil viele der angeblichen Klonierungs-Durchbrüche, über die er Fachartikel schrieb, sich hinterher als Fälschungen erwiesen hatten. Das Klonen des Hundes Snuppy gelang jedoch tatsächlich. Lee klonte später noch eine Reihe anderer Hunde und auch Wölfe.

cis/AFP/AP

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