Kontaktsport Herpes-Virus kann Ringer töten

Herpes gladiatorum ist ein ständiger Begleiter von Ringern, Rugbyspielern und anderen Kontaktsportlern. Jetzt haben Forscher eine neue Variante des Virus entdeckt. Sie sei nicht nur ansteckender als bisherige Stämme, sondern könne sogar zum Tod führen.

Rugbyspieler holen sich vom Gegner manchmal mehr als nur den Ball. Mitunter ist auch ein Herpesvirus mit dabei, das eine Hautkrankheit auslösen kann. Im Englischen ist das Leiden unter dem treffenden Namen "scrumpox" bekannt - was so viel heißt wie "Gedrängepocken". Wissenschaftler sprechen, nicht minder lakonisch, von "Herpes rugbiorum" oder "Herpes gladiatorum".

Das Virus wird durch Körperkontakt übertragen und verursacht einen hässlichen Bläschen-Ausschlag, der oft im Gesicht, auf den Armen und der Brust zu bestaunen ist. Zu den Symptomen gehören auch Fieber, Halsschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Allerdings sucht der Erreger nicht nur Akteure angelsächsischer Raufspiele heim, sondern auch fernöstliche Kampfsportler - und die möglicherweise sogar schlimmer. Wissenschaftler haben jetzt nach eigenen Angaben einen neuen Stamm des Virus entdeckt, der ansteckender sei als die bisher bekannten - und sogar Todesfälle verursacht haben soll.

Ein Stamm namens BgKL habe einen anderen namens BgOL als meistverbreiteten und ansteckendsten Vertreter von Herpes gladiatorum abgelöst, berichtet ein Team um Kazuo Yanagi vom Nationalinstitut für Infektionskrankheiten in Tokio im Fachblatt "Journal of General Virology" . Die Forscher haben 39 infizierte Sumo-Ringer untersucht, die zwischen 1989 und 1994 in acht verschiedenen Sumo-Ställen gelebt haben. Manche hatten sich zum ersten Mal angesteckt, bei anderen sei die Krankheit mehrfach aufgetreten.

"Das Herpesvirus kann sich über lange Zeiträume in Nervenzellen verstecken", erklärte Yanagi. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich der BgKL-Stamm schneller verbreitet und schwerere Symptome verursacht als BgOL und andere Stämme." Die Verbreitung des Virus werde dadurch erleichtert, dass die Profi-Ringer in den "heya" genannten Ställen sowohl gemeinsam lebten als auch trainierten. Jeder der untersuchten Ringer habe sich bei seinen Kollegen mit Herpes angesteckt. "Zwei Ringer sind durch ihre Infektionen gestorben", sagte Yanagi. "Deshalb müssen solche Fälle untersucht werden."

mbe

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.