Kraftwerks-Brand Atomreaktor Krümmel schwerer beschädigt als bekannt

Das Feuer im Atomkraftwerk Krümmel hat mehr Schäden verursacht, als zunächst bekannt. Nach den ersten Untersuchungsergebnissen war nicht nur ein Trafo, sondern auch der Reaktor selbst betroffen.


Kiel - Fünf Tage nach dem Brand des Atommeilers östlich von Hamburg suchen Experten weiter nach Ursachen für den Zwischenfall. Mittlerweile steht aber fest: Im Reaktor selbst haben sich mehrere Ventile unplanmäßig gelöst, außerdem fielen dort mehrere Wasserpumpen aus. Dies teilte das Kieler Sozialministerium am Montagabend mit.

Schwerwiegend: Feuer im Atommeiler Krümmel
DPA

Schwerwiegend: Feuer im Atommeiler Krümmel

Der Kraftwerk-Betreiber Vattenfall hatte bislang erklärt, dass der Reaktor selbst nicht vom Feuer in Mitleidenschaft gezogen worden sei. "Trotz dieser Auffälligkeiten war die Sicherheit der Anlage gewährleistet", hieß es heute aus dem Ministerium.

Seit dem vergangenen Sonntag untersuchen Gutachter den Brandort in Krümmel. Die Experten stellten schwere Feuerschäden an dem in Flammen geratenen Transformator fest. Vermutlich ist der defekte Trafo nicht mehr reparabel, sondern muss komplett ersetzt werden.

Die Fachleute haben inzwischen auch einen zweiten, vom Feuer nicht direkt betroffenen Transformator untersucht. Noch sei unklar, ob auch dieser Trafo ebenfalls beschädigt ist, sagte ein Behördensprecher. Möglicherweise müssten aber die Kabel, die Kraftwerk und Trafo verbinden, ausgetauscht werden. Vattenfall möchte den Meiler mit dem zweiten Transformator wieder mit halber Leistung laufen lassen. Wann der Reaktor wieder ans Netz gehen kann, ist allerdings unklar.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte sich am Donnerstag in einem Transformator des 1983 in Betrieb gegangenen Atomkraftwerks das zur Kühlung genutzte Öl entzündet. Der Reaktor war daraufhin heruntergefahren worden. Die genaue Ursache für diese Panne steht noch nicht fest. Vattenfall hatte einen Kurzschluss und entzündete Kühlflüssigkeit als Brandursache genannt.

Das ebenfalls am vergangenen Donnerstag wegen einer Panne abgeschaltete Atomkraftwerk Brunsbüttel ist seit Sonntag wieder in Betrieb.

amz/dpa/ddp



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