Architektur gegen Keime So könnte das Krankenhaus der Zukunft aussehen

Planer und Mediziner tüfteln an besseren Krankenhäusern. Die »Healing Architecture« soll die Ausbreitung von Erregern verringern. Am Anfang der Überlegungen im Kampf gegen Viren und Keime steht das Patientenzimmer.
Zuyderland-Krankenhaus in den Niederlanden

Zuyderland-Krankenhaus in den Niederlanden

Foto: Michel Kievits / de zwarte hond

Spektakuläres Design sucht man im Patientenzimmer der Zukunft vergebens. Zwei Krankenhausbetten stehen sich darin gegenüber. Daneben die passenden Nachttische. Über einen schwenkbaren Arm können Patient oder Patientin jeweils auf einen Flachbildschirm zugreifen. Ein paar Desinfektionsspender im Raum versprühen den üblichen Krankenhauscharme. Lediglich die großzügige Fensterfront und eine breite Sitzbank erinnern an moderne Neubauten.

Aber in dieses Zimmer haben Architekten, Hygieniker, Molekularbiologen, Pflegekräfte und Medizinerinnen eine Menge Arbeit gesteckt. In einer aufwendigen Studie hat das Forscherteam um Petra Gastmeier vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Berliner Charité untersucht, wie sich das Mikrobiom, also die Gesamtheit der Mikroorganismen, auf den Oberflächen im Krankenhaus aufbaut und welchen Einfluss Reinigungsmaßnahmen haben können.

Dabei wurden Abstriche von allen Bereichen wie beispielsweise den Türklinken, Waschbecken oder auch den Patienten selbst genommen. Zeitgleich analysierte ein Architektenteam um Wolfgang Sunder von der TU Braunschweig die Arbeitsabläufe und Wege von Pflegern, Ärzten und Reinigungspersonal in den Räumen. »Für unsere Planung haben wir einen Anforderungskatalog für das Patientenzimmer und die Nasszelle erstellt«, so Sunder.

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