Krebs Mit Laser gegen Lebermetastasen

Kaum zugängliche Tumore sollen in Zukunft mit einem sehr energiereichen Laserstrahl erhitzt und verödet werden.


Göttingen - "Die Behandlung ist sehr gut verträglich und hat kaum Nebenwirkungen", sagte Urs Leonhardt, Professor an der Uniklinik Göttingen, zur Lasertherapie. In einer langfristig angelegten Studie mit 30 Patienten wird die "Laserlichterhitzung" an Lebermetastasen, die von Dickdarmkrebs ausgehen, getestet.

Nach Professor Giuliano Ramadori, Leiter der Abteilung für Gastroenterologie und Endokrinologie, scheint diese Methode prinzipiell auch zur Zerstörung anderer Tumore des Bauchraumes geeignet zu sein. Über eine Hautpunktion würden die Lasersonden direkt in das Zentrum der Lebermetastasen dirigiert. Eine offene Operation finde nicht mehr statt. Für die Patienten sei der Eingriff daher relativ risikoarm.

Seinen Angaben zufolge sterben an Darmkrebs und seinen Folgen in Deutschland jährlich 30.000 Menschen. Tückisch bei dieser Krebsart ist, dass der zuerst im Darm wachsende Tumor häufig erst spät bemerkt wird und bereits gestreut ist. Die kleinen Tochtergeschwulste siedeln sich dann bevorzugt in der Leber an, wo sie operativ nur sehr schlecht zu entfernen sind. "In diese Lücke stößt das neue Verfahren", sagte Leonhardt. Da viele große Krankenhäuser bereits über geeignete Lasergeräte verfügten, gehe er davon aus, dass die Lasertherapie schon bald zum klinischen Standard gehöre.



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