Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert Schweden sichten Wrack in der Ostsee

In einem verheerenden Seegefecht im Sommer 1676 sanken zwei große schwedische Kriegsschiffe. Eines der Wracks hatten Forscher bereits in den achtziger Jahren entdeckt - nun wollen sie das zweite gesichtet haben: die "Svärdet".

Deep Sea Productions

Stockholm/Hamburg - Sie war eines der größten Kriegsschiffe ihrer Zeit: Mehrere hundert Mann Besatzung hatte die schwedische "Svärdet". Und die Soldaten konnten aus 86 Kanonen auf den Gegner feuern. Ein schwedisches Unterwasser-Filmteam meint nun, das Wrack der "Svärdet" in der Nähe der Insel Öland entdeckt zu haben. Denn das Schiff sank im Sommer 1676 bei einer entscheidenden Seeschlacht des sogenannten Schonischen Krieges.

Im Kampf gegen die dänisch-holländische Armada bekam die "Svärdet" es mit mehreren Gegnern gleichzeitig zu tun, schließlich konnte sich das Schiff nicht mehr behaupten: Eine Explosion der Pulverkammer sprengte das Achterschiff, die "Svärdet" versank in der Ostsee. Statt sich zu ergeben, ging ihr Kommandeur Claes Uggla, ein berühmter schwedischer Stratege, mit dem Schiff in den kalten Fluten unter. Für die Schweden war es nicht der einzige Verlust während des für sie desaströsen Seegefechts.

Mehrere Kriegsschiffe, darunter auch die "Kronan", wurden ebenfalls versenkt. Doch während Forscher das Wrack der "Kronan" bereits in den achtziger Jahren entdeckt hatten, fehlte von der "Svärdet", deren Name übersetzt "Schwert" bedeutet, jede Spur - bis jetzt.

Fotostrecke

6  Bilder
Wrack-Fund: Impressionen vom Ostsee-Grund

Malcolm Dilexius von Deep Sea Productions teilte mit, der Fundort des Wracks und das fehlende Achterschiff wiesen darauf hin, dass es sich um die "Svärdet" handele. Eine Analyse von Holzproben habe zudem ergeben, dass das Schiff aus dem 17. Jahrhundert stamme. Die Forscher hatten das Wrack in einer Tiefe von etwa 70 Metern gefunden.

In der Ostsee Wracks zu entdecken, ist für Taucher und Archäologen besonders faszinierend. Wegen des niedrigen Salzgehalts des Meeres komme der Schiffswurm, der sonst Wracks zerfresse, dort nicht vor, teilt die Organisation Ocean Discovery mit. Daher blieben gesunkene Schiffe erstaunlich gut erhalten.

Daher konnte auch die "Vasa", die im August 1628 während ihrer Jungfernfahrt im Hafen von Stockholm gesunken war, in den 1960er Jahren geborgen werden - und ist heute in einem eigens für das Schiff gebauten Museum zu bestaunen.

Erst kürzlich hatten Taucher im Skagerrak ein Wrack aufgespürt: Es handelte sich um die "Wiesbaden", mit der 1916 Hunderte Matrosen bei einer Seeschlacht zwischen der deutschen und britischen Flotte untergingen, unter ihnen war der Dichter Gorch Fock. Und aus einem zwischen Finnland und Schweden entdeckten Wrack konnten Taucher sogar Champagnerflaschen aus dem 18. Jahrhundert bergen.

wbr/dapd

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.