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Organe aus dem Labor Künstliche Vagina hilft erkrankten Frauen

Es ist eine Entwicklung für Frauen mit schweren Erkrankungen: Forscher haben im Labor eine künstliche Vagina gezüchtet. Wie die Mediziner jetzt berichten, leben die Patientinnen schon seit Jahren damit - und könnten eventuell sogar Kinder gebären.

Mediziner haben jungen erkrankten Frauen Vaginen aus dem Labor implantiert. Die gezüchteten Organe funktionieren tadellos - und das schon seit acht Jahren, verkündeten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin "The Lancet ". Alle vier Patientinnen sind heute sexuell aktiv und berichteten, ihre Vaginen würden normal funktionieren.

Zwei der Frauen waren ohne Vagina zur Welt gekommen, bei zweien war sie unterentwickelt. Diesen Geburtsdefekt bezeichnen Mediziner als Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom.

Die Wissenschaftler um Anthony Atala vom Wake Forest Baptist Medical Center für Regenerative Medizin im US-Bundesstaat North Carolina entnahmen ihren Patientinnen Zellen aus Genitalgewebe. Aus diesen züchteten sie Vagina-Muskel- und Drüsenzellen. Vier Wochen lang ließen die Wissenschaftler das junge Gewebe im Labor wachsen.

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Organe aus dem Labor: Künstliche Vagina funktioniert

Foto: WFBMC


Von Hand formten sie dann individuell für jede Patientin Gerüste aus dem Bindegewebsprotein Kollagen, um die sie das Gewebe legten. Die künstlichen Vaginen wuchsen zusammen, das Kollagen kann der Körper abbauen. In einem Inkubator entwickelten sich die neuen Geschlechtsorgane dann noch eine Woche, dann stand die große Operation an.

Kein Unterschied zum natürlichen Organ

Zwischen 13 und 18 Jahren waren die Frauen alt, als die neuen Organe eingepflanzt wurden. Die implantierten Vaginen entwickelten sich normal, und nicht nur das: Sie wuchsen gemeinsam mit den jungen Frauen. "Nach sechs Monaten konnten sie den Unterschied zwischen dem gezüchteten und einem normalen Organ nicht mehr erkennen", sagt Atala.

Zwei Frauen waren mit Uterus geboren worden, sie bekommen mittlerweile ihre Regel. Das lässt die Wissenschaftler hoffen, dass sie später auch Kinder zur Welt bringen könnten.

Jährliche Biopsien beweisen den Wissenschaftlern zufolge, dass die gezüchteten Organe wie ihre natürlich gewachsenen Gegenstücke funktionieren. Erregung, Feuchtigkeit und Orgasmen seien normal, berichtet das Fachmagazin in einer Mitteilung.

Künstliche Ersatzteile für den Menschen haben in den vergangenen Jahren mehrfach Aufsehen erregt. Das Team um Atala hatte Jungen bereits künstliche Blasen und Harnröhren implantiert. Künstliche Ohrmuscheln lassen hoffen, dass zerstörtes Knorpelgewebe bald ersetzt werden kann. 3D-Drucker sollen Organe herstellen, ein Kiefer aus dem Drucker wurde bereits implantiert. 2011 implantierten Ärzte einem Patienten eine künstliche Luftröhre aus Stammzellen.

isa/Reuters/AFP
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