Lautstark Schallgewehr soll Luftpiraten ausschalten

Mit starken Schallwellen soll eine neuartige Waffe Flugzeugentführer außer Gefecht setzen. Das Pentagon hat offenbar schon Interesse an der Erfindung bekundet.


Flupo bei einer Übung: Mit Schallwellen gegen Terroristen?
DPA

Flupo bei einer Übung: Mit Schallwellen gegen Terroristen?

Um Luftpiraten unschädlich zu machen, könnten Flugpolizisten (Flupos) künftig akustische Geschosse abfeuern. Ein US-Unternehmen hat eine Waffe entwickelt, die intensive Schallwellen in einer Lautstärke von mehr als 140 Dezibel erzeugen und damit Angreifer gezielt außer Gefecht setzen kann, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" in seiner jüngsten Ausgabe.

Wie Elwood Norris von der Firma American Technologies in San Diego dem Magazin versicherte, entstehen durch das Schallgewehr keine Schäden am Flugzeug. Dafür sollen Entführer gezielt außer Gefecht gesetzt werden können. Schon ab etwa 120 Dezibel sind Geräusche schmerzvoll und können Menschen orientierungslos machen. Die Lärmwaffe ist gemäß der logarithmischen Dezibel-Skala etwa zehn Mal so laut.

Das etwa einen Meter lange Gewehr besteht aus einer Kunststoffröhre, in der eine Reihe so genannter piezoelektrischer Scheiben angeordnet ist, die als Lautsprecher dienen. Laut Norris, der ein abgeschwächtes Modell im Eigenversuch erprobt hat, kann man mit dem Gerät "theoretisch eine Kuh auf den Rücken legen". Die umwerfende Wirkung interessiert offenbar auch die US-Regierung: Das Verteidigungsministerium habe sich bereits mit ihm ihn Verbindung gesetzt, berichtete Norris.

Deutsche Experten stehen dem Schallgewehr eher skeptisch gegenüber. Die Waffe sei bei größerer Entfernung nicht genau genug, um nur eine Person zu treffen, meinte der Physiker Jürgen Altmann von der Universität Dortmund. Die Schallwellen könnten auch in die Kabine reflektiert werden und bei Passagieren vorübergehende Taubheit verursachen.



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