London 100 Tonnen schwere Fettberge aus Kanalisation entfernt

Gleich zwei riesige Fettklumpen verklebten Londons Abwasserleitungen. Solche Verstopfungen entstehen immer wieder, weil Verbraucher sich falsch verhalten - auch in Deutschland.
Fettberg in der Kanalisation von London

Fettberg in der Kanalisation von London

Foto: Thames Water

Bei der Kanalisation von London denken viele Menschen an zwielichtige Gestalten, wie sie in schwarz-weißen Edgar-Wallace-Krimis vorkommen: Gangster im Taucheranzug, die durch dunkle Gänge schleichen.

Doch seit einigen Jahren weiß die Welt, dass man in den Abwasserleitungen unter Großbritanniens Metropole auch ganz anderen Dingen begegnen kann.

Immer wieder finden Kanalarbeiter bei Inspektionen große Mengen Fett in den Leitungssystemen. Mit der Zeit wachsen sie zu riesigen Klumpen an. Als im Herbst 2017 in London ein 130 Tonnen schwerer und 250 Meter langer Fettberg gefunden wurde, griffen viele Medien die Meldung auf. Das Ungetüm bestand hauptsächlich aus Windeln, Wischlappen, Kondomen und hartem Kochfett.

Nun mussten Experten vom Wasserversorgungsunternehmen Thames Water in den Tunneln unter der Hauptstadt erneut zwei etwa hundert Tonnen schwere Fettberge beseitigen. Dafür rückten sie mit schwerem Gerät an, zerkleinerten den Berg und trugen die Stücke per Hand ab, berichtet der "Guardian".  Eine mühsame Aufgabe, die etliche Tage in Anspruch nahm. Einer der Fettberge sei mehr als 60 Tonnen schwer gewesen, der andere habe bei einer Länge von 70 Metern etwa 30 Tonnen gewogen.

Laut Thames Water hätte das Fettgemisch über die Weihnachtstage in der Kanalisation schwerwiegende Verstopfungen und in der Folge Abwasserüberschwemmungen verursachen können.

Solche Ablagerungen in der Kanalisation entstehen, wenn Fette und Öle über Waschbecken oder Toiletten entsorgt werden und im Abwasser landen. Auch Gegenstände wie Feuchttücher, Windeln oder Wattestäbchen, die nicht in die Toilette gehören, verursachen die Klumpen. Gerade heißes Fett gehört nicht in die Toilette, da es in der Kanalisation achtlos runtergespülte Gegenstände oder kleine Partikel zu einer festen, harten Masse verklebt (mehr zu dem Thema lesen Sie hier ).

Für die kommunalen Unternehmen sind Verstopfungen auch in Deutschland eine kostspielige Angelegenheit - wenn auch nicht in dem Ausmaß wie in Großbritannien. Jährlich müssen hohe Summen eingeplant werden, um Verunreinigungen abzutragen. Dabei könnten Verbraucher viel bewirken, wenn sie ihr Verhalten ändern würden. Das gilt auch für Medikamentenrückstände, die in der Toilette entsorgt werden.

joe