Luftangriffe auf Dresden Historiker sprechen von 25.000 Toten

Bei den Luftangriffen auf Dresden sind wahrscheinlich weniger Menschen gestorben als bisher angenommen. Die von der Stadt eingesetzte Historikerkommission kam zu dem vorläufigen Ergebnis, dass bei den Angriffen im Februar 1945 insgesamt 25.000 Menschen umkamen.

Dresden - Wie viele Menschen bei den verheerenden Attacken ums Leben kamen, war jahrzehntelang Gegenstand emotionaler Debatten. Da Dresden zum Zeitpunkt der Angriffe mit Zehntausenden Flüchtlingen aus dem Osten gefüllt war, kursierten mitunter enorme Opferzahlen. Viele Historiker waren bisher von rund 35.000 Toten ausgegangen, Rechtsextreme redeten dagegen gern von bis zu 250.000 Todesopfern.

Die von der Stadt Dresden eingesetzte Historikerkommission kommt nun zu einem anderen Ergebnis. Das Gremium unter Vorsitz von Rolf-Dieter Müller, Leiter des militärhistorischen Museums Potsdam, hat alle schon bekannten Unterlagen und auch bisher noch nicht analysierte Archivdokumente durchforstet. Wie Stadtsprecher Kai Schulz heute mitteilte, gehen die Experten nunmehr von 25.000 Menschen aus, die bei den britisch-amerikanischen Luftangriffen am 13. und 14. Februar 1945 getötet wurden.

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Das Stadion ist als Oval in der Mitte der Luftaufnahme ist deutlich zu erkennen. Rechts neben dem Stadion liegt der Große Garten. Dorthin flüchteten viele der verzweifelten Menschen. Im unteren linken Bereich ist der Dresdner Hauptbahnhof zu sehen

Das Stadion ist als Oval in der Mitte der Luftaufnahme ist deutlich zu erkennen. Rechts neben dem Stadion liegt der Große Garten. Dorthin flüchteten viele der verzweifelten Menschen. Im unteren linken Bereich ist der Dresdner Hauptbahnhof zu sehen

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Erst die letzten Bombenangriffe auf die Elbmetropole führten die Alliierten Mitte April 1945 zum gewünschten Ziel: Die Gleisverbindungen wurden endgültig zerstört. Nach den Bombardierungen im Februar war es zunächst noch gelungen, das Schienenwerk notdürftig so zu flicken, dass Truppentransporte ebenso rollen konnten wie die Züge zum KZ Theresienstadt. Auf dem Bild ist auf der rechten Seite der Hauptbahnhof zu erkennen

Erst die letzten Bombenangriffe auf die Elbmetropole führten die Alliierten Mitte April 1945 zum gewünschten Ziel: Die Gleisverbindungen wurden endgültig zerstört. Nach den Bombardierungen im Februar war es zunächst noch gelungen, das Schienenwerk notdürftig so zu flicken, dass Truppentransporte ebenso rollen konnten wie die Züge zum KZ Theresienstadt. Auf dem Bild ist auf der rechten Seite der Hauptbahnhof zu erkennen

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Die Erkenntnisse der Kommission seien als "Zwischenergebnis zu bewerten", sagte Schulz. Doch die bisher ausgewerteten Unterlagen ließen indes kein anderes Fazit zu. Dokumentarische Belege und schlüssige Argumentationen, die darauf hindeuteten, dass die Zahl von 25.000 Toten um ein Vielfaches überschritten werde, seien bisher nicht bekannt.


   

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Die Historikerkommission werde in ihrer weiteren Arbeit dennoch allen Hinweisen nachgehen, vor allem solchen, die zu deutlich anderen Einschätzungen als bisher kommen, betonte Schulz. Das schließe auch bislang noch nicht bekannte Dokumente ein, aus denen Angaben über die Anzahl der Vermissten, Überlebenden und Toten entnommen werden könnten. Die Historikerkommission wurde vom Dresdner Oberbürgermeister Ingolf Roßberg (FDP) eingesetzt und wird voraussichtlich im kommenden Jahr ihre Arbeit abschließen.

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