Neuer Austragungsort Uno-Klimakonferenz findet in Madrid statt

Nach der Absage Chiles musste ein neuer Austragungsort für die Weltklimakonferenz gefunden werden: Nun hat sich die Uno auf Spanien geeinigt.

Spaniens Hauptstadt Madrid bleiben nur wenige Wochen zur Vorbereitung
Juan Jimenez/ EyeEm/ Getty Image

Spaniens Hauptstadt Madrid bleiben nur wenige Wochen zur Vorbereitung


Problem gelöst: Die Vereinten Nationen haben am Freitag in einer Dringlichkeitssitzung beschlossen, dass die kommende Weltklimakonferenz COP25 in Madrid stattfinden wird. Ursprünglich sollte Santiago de Chile Austragungsort sein. Doch Mitte der Woche sagte Präsident Sebastian Piñera das Treffen wegen wachsender Proteste in seinem Land kurzfristig ab.

Sie freue sich mitzuteilen, dass das zweiwöchige Spitzentreffen der Klimadiplomatie vom 2. bis 13. Dezember in der spanischen Hauptstadt stattfindet, sagt die Klimachefin der Vereinten Nationen, Patricia Espinosa. Das ist der ursprünglich angesetzte Zeitraum für die Konferenz.

Nun bleiben Spanien nur wenige Wochen, um das Treffen vorzubereiten. Dabei gilt der Klimagipfel als logistisches Megaprojekt. Allein etwa 20.000 Delegierte aus aller Welt nehmen an den Gesprächen teil. Dazu kommen viele Tausend Vertreter der Zivilgesellschaft, Wissenschaftler, Manager und Journalisten. In der Summe können so um die 50.000 Menschen zusammenkommen.

Selbst ein Jahr Vorlaufzeit gilt als ehrgeizig

Sie alle brauchen Platz für Verhandlungen, Präsentationen und Pressekonferenzen. In Chiles Hauptstadt sollten dafür temporäre Bauten im Cerrillos Bicentennial Park angelegt werden, die über mehr als 100.000 Quadratmeter Nutzfläche verfügt hätten.

Am Mittwoch hatte es Spekulationen gegeben, dass Bonn die Konferenz ausrichten könnte. Die Stadt war bereits 2017 als Austragungsort eingesprungen. Offiziell war damals Fidschi Gastgeber, doch der Südseestaat hätte das Projekt kaum stemmen können. Damals hatte Bonn ein Jahr Vorlaufzeit für die Planung und selbst das galt als ehrgeizig.

Spaniens Ministerpräsident, Pedro Sánchez, hatte am Donnerstag Madrid als Ausrichtungsort vorgeschlagen.

Bei den Ausschreitungen in Chile kamen mindestens 20 Menschen ums Leben. Auslöser war die Anhebung der Preise für U-Bahn-Tickets gewesen. "Angesichts der schwierigen Umstände, die unser Land in den letzten Wochen erlebt, hat unsere Regierung beschlossen, den Apec-Gipfel im November und die COP25 im Dezember nicht zu veranstalten", begründete Staatschef Sebastián Piñera die Absage. Die Regierung müsse sich vorwiegend der Befriedung und der Ausarbeitung von Reformen widmen, die den Forderungen der Protestwelle gerecht würden.

Die Klimakonferenz der Uno findet jedes Jahr statt. Sie dient dazu, die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens voranzutreiben. Auf dem diesjährigen Treffen sollen unter anderem Regeln für die Umsetzung des Klimaschutzvertrags von Paris gefunden und Absprachen für ein betrugssicheres internationales Handelssystem für CO2-Zertifikate getroffen werden.

koe/dpa/Reuters



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