Märchenhafte Entdeckung Hobbygärtner findet 200 mittelalterliche Schmuckstücke

650 Jahre alte, mit Juwelen besetzte Schmuckstücke hat ein Österreicher zufällig in seinem Garten ausgebuddelt - und den Wert seines Fundes gar nicht erkannt. Das nationale Denkmalamt ist aus dem Häuschen. Anfang Mai wird der bedeutende Fund in Wien präsentiert.
Brosche aus dem Mittelalterschatz: "Es gibt noch Märchen", meldete das Denkmalamt

Brosche aus dem Mittelalterschatz: "Es gibt noch Märchen", meldete das Denkmalamt

Foto: AP/ Bundesdenkmalamt

Wien/Wiener Neustadt - Einen echten und bedeutenden Schatz hat ein Österreicher beim Graben in seinem Garten entdeckt - zufällig und schon vor Jahren.

Der rund 650 Jahre alte Schatz besteht aus über 200 mit Perlen, fossilen Korallen und Ornamenten verzierten Ringen, Broschen, Gürtelschnallen und weiteren Schmuckgegenständen, teilte das österreichische Bundesdenkmalamt (BDA) am Freitag mit. Die österreichischen Denkmalschützer waren begeistert: "Es gibt noch Märchen", hieß es in einer Mitteilung der Behörde.

Die Untersuchung der Objekte sei noch nicht vollständig abgeschlossen, weshalb der monetäre Wert noch nicht geschätzt werden könne. Am 2. Mai soll der spektakuläre Fund in der Wiener Hofburg ausgestellt werden, dabei sollen etwa 150 Schmuckstücke öffentlich zu sehen sein.

Finder darf den Schatz behalten

Es handle sich bei dem Schatz um einen der wichtigsten Funde mittelalterlichen Schmucks in Österreich, sagte eine BDA-Mitarbeiterin. Der Finder sei bereits vor Jahren in seinem Garten auf die atemberaubenden Objekte gestoßen, als er einen Gartenteich vergrößern wollte. Es soll sich um einen Mann aus Wiener Neustadt in Niederösterreich handeln, berichtet das Nachrichtenmagazin "Profil". Das BDA wies darauf hin, der Mann habe den Wunsch geäußert, anonym zu bleiben.

Nachdem er den Schatz im Jahr 2007 ausgebuddelt hatte, maß der Finder den veschmutzten Metallteilen zunächst keine Bedeutung bei. Erst als er vor zwei Jahren im Keller wieder auf die schmutzverkrusteten Funde stieß, sei sein Interesse erwacht. Der Dreck war mittlerweile getrocknet und stellenweise abgeplatzt.

Der Mann stellte Bilder der Objekte ins Internet, daraufhin machten ihn Sammler auf den möglichen Wert seiner Entdeckung aufmerksam. Er bleibe "zu 100 Prozent Eigentümer" der Fundstücke, teilte das BDA weiter mit. Der Zeitschrift "Profil" sagte der Mann, er sei nicht daran interessiert, den Schatz zu Geld zu machen. Stattdessen überlege er, die Schmuckstücke einem Museum zur Verfügung zu stellen.

cht/dapd
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.