Wahrzeichen Die verlorenen Farben des Magdeburger Reiters

Gold, farbig oder blanker Stein? Vermutungen zum Aussehen des Magdeburger Reiters gab es viele. Nun lüften Forscher Geheimnisse des fast 800 Jahre alten Wahrzeichens.
Reiterstandbild mit Jungfrauen: "Färbung war typisch für 13. Jahrhundert"

Reiterstandbild mit Jungfrauen: "Färbung war typisch für 13. Jahrhundert"

Foto: Jens Wolf/ dpa

Restauratoren haben verborgene Farbreste an der Figurengruppe des Magdeburger Reiters gesichert und untersucht. Die Farbanalyse habe belegt, dass der um 1250 entstandene Magdeburger Reiter vor seiner Vergoldung im 17. Jahrhundert blau, grün, rot und weiß gestaltet gewesen sein muss, sagte die Direktorin des Kulturhistorischen Museums in Magdeburg. "Vorher konnten wir nur Vermutungen anstellen, jetzt haben wir wissenschaftliche Belege."

"Solch eine bunte Färbung war typisch für das 13. Jahrhundert", sagte Köster weiter. Die verwendeten Farben - unter anderem azuritblau - seien sehr wertvoll gewesen. Eine genaue Rekonstruierung der Farbgestaltung ist nach Aussagen der Museumsdirektorin allerdings schwierig, da nur sehr wenige Farbreste gesichert werden konnten.

Die Figurengruppe besteht aus einem lebensgroßen Reiterstandbild und zwei knapp 1,50 Meter großen Jungfraufiguren. Zu sehen ist sie im Kaiser-Otto-Saal des Kulturhistorischen Museums Magdeburg . Auf dem Alten Markt der Stadt steht eine Kopie.

Ergänzt und geflickt

Seit Dezember 2014 arbeitet ein Team von Restauratoren an der Sandsteinskulptur. Auch der Sandstein selbst wurde analysiert. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass der aus etwa hundert Einzelteilen bestehende Magdeburger Reiter aus unterschiedlichen Sandsteinen bestehe. So stamme das verbliebende originäre Material, das noch bei der reitenden Person vorhanden ist, aus der Region um Bernburg (Sachsen-Anhalt).

Ergänzungen an Körper und Schweif des Pferdes sowie der Sockel stammen hingegen aus dem Elbsandsteingebirge des 19. Jahrhunderts. Bis Ende Oktober wollen die Restauratoren noch Verschmutzungen entfernen und Ausbesserungen aus Gips und Mörtel auf ihre Schädlichkeit für den Sandstein untersuchen und gegebenenfalls ersetzen.

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hda/dpa
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