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08. Mai 2009, 08:49 Uhr

Mangelnde Effizienz

Forscher halten Biosprit für klimaschädlich

Neue Kritik an Biotreibstoffen: Ihre direkte Verbrennung in Motoren ist ineffizient und klimaschädlich, heißt es in einer Studie. Besser sei es, aus Pflanzenmasse Strom zu gewinnen und damit Elektroautos zu betreiben.

Öl, so viel steht fest, wird nicht mehr lange reichen. Fachleute streiten lediglich noch darüber, wann das schwarze Gold zur Neige gehen wird - aber nicht mehr, dass dies in absehbarer Zeit geschehen wird. Aus Pflanzen gewonnener Biosprit schien eine Zeit lang ein eleganter Weg aus der Sackgasse zu sein. Doch die massive Ausweitung der Anbauflächen entsprechender Pflanzen hat zur Abholzung gewaltiger Regenwaldflächen geführt und in manchen Staaten zu veritablen Nahrungsmittelkrisen beigetragen. Immer öfter warnen Experten inzwischen vor einer Ausweitung der Biosprit-Produktion.

Bioethanol: Forscher halten Sprit aus Pflanzen für nicht besonders umweltfreundlich.
DPA

Bioethanol: Forscher halten Sprit aus Pflanzen für nicht besonders umweltfreundlich.

Jetzt wird neue Kritik laut: Der Einsatz von Bioethanol für Verbrennungsmotoren sei generell ineffizient und schade dem Klima, schreibt ein Team um Elliott Campbell von der University of California in Merced im Fachblatt "Science".

Die Forscher haben öffentlich zugängliche Daten ausgewertet, um herauszufinden, wie sich Autos mit Hilfe von Energiepflanzen am effizientesten betreiben lassen. Das Resultat: Am sinnvollsten sei es, aus der Biomasse Strom zu gewinnen und damit Elektrofahrzeuge anzutreiben. Bei Bewirtschaftung der gleichen Fläche würden Autos mit diesem Verfahren mehr als 80 Prozent weiter kommen als mit Bioethanol-betriebenen Verbrennungsmotoren.

Dies gelte sowohl für verschiedene Pflanzen wie etwa Mais oder Rutenhirse als auch für verschiedene Fahrzeugklassen. Würde man auf 4000 Quadratmetern Rutenhirse anbauen, so ein Beispiel, würde der daraus erzeugte Strom einen kleinen Geländewagen mit Elektromotor etwa 24.000 Kilometer weit antreiben. Mit dem auf gleicher Fläche erzeugten Bioethanol würde ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor dagegen nur knapp 13.000 Kilometer schaffen.

Die Bioelektrizität sei zudem wesentlich klimafreundlicher. Sie spare im Vergleich zu einem konventionellen benzinbetriebenen Auto mehr als doppelt so viel Kohlendioxid ein wie das Bioethanol-Verfahren, schreiben die Wissenschaftler. Die Produktion von Ethanol setze etwa doppelt so viel Kohlendioxid frei wie die von Biomasse.

"Verbrennungsmotor ist einfach nicht sehr effizient"

"Der Verbrennungsmotor ist einfach nicht sehr effizient, vor allem wenn man ihn mit Elektrofahrzeugen vergleicht", sagt Campbell. "Daran ändern auch die besten Ethanol produzierenden Technologien mit Hybridfahrzeugen nichts." Der an der Studie beteiligte Stanford-Biologe Chris Field betont: "Die Antwort ist ziemlich offensichtlich, aber bisher hatte noch niemand die Frage gestellt."

Allerdings schränken die Autoren ihr Urteil ein: Sie verglichen beide Verfahren lediglich anhand des Flächenkonsums und der Auswirkungen auf das Erdklima. Andere Faktoren wie Wasserverbrauch, Luftverschmutzung und die finanziellen Kosten berücksichtigten sie nicht.

Auch dies müsse geprüft werden, um möglichst bald eine Gesamtrechnung aufzustellen: "Unser Land und andere stehen vor einer wichtigen strategischen Entscheidung", sagt Campbell. "Die Entwicklung von Fahrzeugen zu fördern, die entweder mit Ethanol oder aber mit Elektrizität fahren."

mbe/AP/dpa

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