Mars Unterirdische Kanäle

Nasa-Wissenschaftler haben weitere mögliche Beweise für Wasservorkommen entdeckt, die auf dem Planeten existiert haben könnten.


Querschnitt durch die Marskruste
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Querschnitt durch die Marskruste

Greenbelt; Maryland - Von der Nasa veröffentlichte Bilder zeigen Spalten unter der Oberfläche, die eine geschätzte Breite von 200 und eine Länge von bis zu 1 600 Kilometer aufweisen.

Zum Aufspüren der unterirdischen Kanäle wurden Daten der Weltraumsonde Mars Global Surveyor benutzt, die den Planeten mit einer speziellen Lasertechnik gescannt hatte. "Es ist, als würde man den menschlichen Körper mit Hilfe einer Magnetresonanztomografie studieren. Wir können das Innere des Mars vom All aus analysieren, ohne Bohrungen an der Oberfläche vorzunehmen", sagte Jim Garvin, ein Wissenschaftler vom Nasa Goddard Space Flight Center.

Die Messergebnisse der Raumsonde lassen vermuten, dass auf den nördlichen Tiefebenen des Planeten einst extreme Hitze herrschte, gefolgt von einer schnellen Abkühlungsperiode, die letztlich zur Überflutung der Landfläche führte.

Unterirdische Kanäle am Valles Marineris
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Unterirdische Kanäle am Valles Marineris

Die Kanäle dienten möglicherweise als Abflüsse vom Valles Marineris, den Chryse- und Kasei-Valles-Regionen und könnten in einen Ozean gemündet haben. "Wir glauben, dass diese Verläufe Wasser geführt haben und in ein Meer geflossen sind, einem Vorboten eines Zeitraums in der Marsgeschichte, in der möglicherweise Leben auf dem Planeten existiert hat", meinte Garvin.

1877 wurden die Marskanäle erstmals gesichtet. Der Astronom Giovanni Virginio Schiaparelli entdeckte ein Netz feiner Linien auf dem Mars, die er als "Canali" bezeichnete, was im Italienischen soviel wie "Rillen" bedeutet, jedoch irreführend als "Kanäle" ins Deutsche übersetzt wurde.

Die Laser-Vermessungen von Mars Global Surveyor lieferten auch Informationen über die Beschaffenheit der Planetenkruste. Diese verdünnt sich von den südlichen Regionen, wo sie schätzungsweise 80 Kilometer dick ist, nach Norden hin. Dennoch beträgt die Dicke dieser Kruste unter den nördlichen Tiefebenen und der im südlichen Hochland gelegenen Arabia-Terra-Region in beiden Fällen konstant 35 Kilometer. "Eine Analyse zeigt eindeutig, dass der Mars sich in zwei Bereiche unterteilen lässt, die sich durch die jeweilige Dicke der Kruste unterscheiden", äußerte sich die Mars-Forscherin Maria Zuber vom Massachusetts Institute of Technology (Mit).



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