Medikamente Durch die Nase ins Gehirn

Krankheiten wie Alzheimer könnten in Zukunft mit Nasensprays bekämpft werden: Vom Riechorgan, so haben deutsche Forscher entdeckt, wandern manche Moleküle direkt ins Gehirn.


Aufnahme von Neuropeptiden über die Nase
DER SPIEGEL

Aufnahme von Neuropeptiden über die Nase

Zwischen Nase und Gehirn gibt es offenbar einen direkten Verbindungsweg. Über den, so haben Jan Born und seine Kollegen von der Universität Lübeck festgestellt, gelangen bestimmte Makromoleküle, so genannte Neuropeptide, ins Hirn, wenn sie in Form von Nasenspray verabreicht werden.

Bislang können Neuropeptide, von denen Ärzte sich Hilfe gegen eine ganze Reihe von Hirnerkrankungen wie beispielsweise Parkinson oder Alzheimer versprechen, kaum eingesetzt werden, da sie, falls sie in größerer Menge ins Blut gelangen, im Körper starke Nebenwirkungen verursachen.

Aus der Nase jedoch wandern die Substanzen, die vom Abwehrsystem der Nasenschleimhaut nicht als körperfremd erkannt werden, vermutlich durch Diffusion direkt in die Gehirnflüssigkeit. Von Tieren ist bereits seit einiger Zeit bekannt, dass bei ihnen Viren und Schwermetalle über die Nase ins Gehirn gelangen können.



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