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13. Januar 2014, 14:50 Uhr

Niedersachsen

5000 Jahre altes Großsteingrab bei Bergen eingestürzt

Megalith-Strukturen gibt es nicht nur in Stonehenge: Gräber aus der Jungsteinzeit sind auch in Deutschland verbreitet. Eines der bedeutendsten - es gehört zu den tonnenschweren Siebensteinhäusern auf dem Truppenübungsplatz Bergen - ist jetzt eingestürzt.

Bergen - Vor rund 5000 Jahren wurde es erstmals errichtet, jetzt ist es in sich zusammengebrochen: Ein tonnenschweres Megalith-Großsteingrab ist auf dem Nato-Truppenübungsplatz Bergen in der Lüneburger Heide kollabiert. Es handelt sich um eines der sogenannten Siebensteinhäuser aus der Jungsteinzeit.

"Die Gräber gehören zu den am besten erhaltenen Megalithgräbern in Europa, sie sind aus archäologischer Sicht wirklich sehr bedeutend", sagte der niedersächsische Landesarchäologe Henning Haßmann. Die Strukturen sind in der Endphase der sogenannten Trichterbecherkultur entstanden, also etwa zwischen den Jahren 3500 und 2800 vor Christus.

Allerdings haben die Megalith-Formationen keine 5000 Jahre unbeschadet überdauert. Sie wurden vor rund 80 Jahren ausgegraben und dann entsprechend ihrem ursprünglichen Aussehen rekonstruiert. Vermutlich durch den starken Regen der vergangenen Monate sei nun das Fundament eines tragenden Steins am Rande freigespült worden. Er kippte um, ein als Dach genutzter Stein rutschte daraufhin nach. "Das Grab ist zusammengefallen wie ein Kartenhaus", sagte Haßmann. Bezirksarchäologe Jan Joost Assendorp sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", es sei auszuschließen, dass Schießübungen der Bundeswehr Ursache für den Einsturz gewesen seien.

Steingrab nach steinzeitlichem Vorbild

Die Bundeswehr als Eigentümerin des Geländes wolle das Großsteingrab aber wieder aufrichten, sagte Landesarchäologe Haßmann. "Es soll wieder in den alten Zustand versetzt werden." Damit es nicht mehr umkippen kann, soll noch mehr Sand angeschüttet werden. Der Landesarchäologe kündigte an, dass nun auch andere Gräber in Niedersachsen aus dieser Zeit auf ihre Standfestigkeit überprüft werden.

Angelegt wurden die Steingräber von Bauern, den ersten sesshaften Siedlern, in Niedersachsen - als Grabkammern, aber auch als zentrale Kultstätten. Solche Megalithgräber erfreuen sich heute großer Beliebtheit. Die Megalith-Struktur im britischen Stonehenge etwa zieht jedes Jahr nicht nur Tausende Touristen, sondern auch Esoteriker an. Jüngst hat ein Brite gar angekündigt, ein Hünenbett nach steinzeitlichem Vorbild neu zu bauen - und darin Grabstätten für bis zu 2400 Menschen anzulegen.

mbe/dpa

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