Menschheitsgeschichte Auch Neuguinea erfand den Ackerbau

Der Ackerbau war offenbar keine besonders exklusive Errungenschaft. Auch auf Neuguinea, so zeigen neue Funde, kam der Mensch ohne äußere Anregung auf den Gedanken, Felder zu bestellen.


Eingeborener in Papua-Neuguinea: Frühe Kultivierung von Nutzpflanzen
GMS

Eingeborener in Papua-Neuguinea: Frühe Kultivierung von Nutzpflanzen

Auch Neuguinea gehört zu den Ursprungsstätten der Landwirtschaft: Wie Forscher jetzt entdeckt haben, bauten die Ureinwohner im sumpfigen Hochland Wasserbrotwurzel und Bananen schon zu einem Zeitpunkt an, als noch keine Besucher aus Südostasien die Insel erreicht hatten. Seine Befunde veröffentlicht das Team um Tim Denham in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Science".

Denman, ein Archäologe von der Flinders University im australischen Adelaide, fand gemeinsam mit seinen Kollegen in der Sumpfregion Kuk eindeutige Belege dafür, dass Bauern dort vor mindestens 6400 Jahren Wälle und Gräben anlegten, um die Bewässerung organisierter Anpflanzungen zu verbessern. Erste Hinweise auf eine Kultivierung von Nutzpflanzen reichen sogar 10.000 Jahre zurück.

Zuvor hatten viele Wissenschaftler angenommen, dass der Ackerbau aus anderen Teilen Asiens nach Neuguinea gebracht wurde. "Die Funde in Kuk bestätigen, dass Neuguinea noch vor jeglichem bekannten südostasiatischen Einfluss ein primäres Zentrum agrikultureller Entwicklungen und Pflanzenkultivierung war", schreiben nun jedoch Denman und seine Kollegen.

Noch in den fünfziger Jahren waren Forscher davon ausgegangen, dass die Landwirtschaft nur zweimal einen unabhängigen Ursprung genommen habe: in der Alten sowie in der Neuen Welt. Heute sind - Neuguinea ausgenommen - bereits fünf sichere Kandidaten für die Erfindung des Ackerbaus bekannt: der Nahe Osten, China, Mittelamerika, Südamerika und der Osten der USA.



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