Mexiko Archäologen erkunden unerforschtes Maya-Grab

Rund 1500 Jahre ist das Maya-Grab alt, in das Forscher nun erstmals eine Kamera hinabgelassen haben. Der rotbemalte Raum könnte die Überreste eines Herrschers über einen mächtigen Stadtstaat beherbergen.

REUTERS/ INAH

Mexiko-Stadt - Archäologen haben mit einer kleinen, ferngesteuerten Kamera eine bislang noch nicht erkundete Grabkammer der Maya im Süden Mexikos erforscht. Die rund 1500 Jahre alte Kammer scheine noch intakt zu sein, mit Grabbeigaben und rotbemalten Wänden, erklärten die Forscher anschließend. Es handelt sich möglicherweise um den Bestattungsort von einem der frühen Herrscher des Stadtstaats Palenque. Die Überreste dieser Siedlung gehören seit 1987 zum Weltkulturerbe der Unesco.

Das nun untersuchte Grab ist nach Angaben der mexikanischen Behörden schon seit 1999 bekannt. Die Forscher hatten aber bisher die Erkundung immer wieder aufgeschoben - weil die unmittelbar darüberliegende Pyramide einsturzgefährdet ist. Die Kammer liegt in einem Pyramidenkomplex, der als Südliche Akropolis bekannt ist, in einem von Dschungel bedeckten Teil von Palenque. In der Nähe befindet sich der Tempel der Inschriften, wo in den fünfziger Jahren das Grab des späteren Herrschers Pakal gefunden wurde.

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Archäologie: Das geheimnisvolle Grab von Palenque
Dort staunten die Archäologen über einen mächtigen, verzierten Sarkophag. In dem nun mit der Kamera erkundeten Grab fehlt von solch einem Behältnis jedoch jede Spur. Die mexikanischen Archäologen gehen deswegen davon aus, dass möglicherweise im Grab befindliche Knochen direkt auf dem Boden liegen müssen. Wenn es denn überhaupt welche gibt. Denn auch die ersten Bilder aus der Kammer können die Frage nicht beantworten, ob sich dort tatsächlich noch menschliche Überreste befinden.

Die Archäologin Martha Cuevas erklärte, Jade und Muscheln, die auf dem Video zu sehen seien, gehörten zu einem Grabumhang. Bei der Südlichen Akropolis könnte es sich möglicherweise um einen ganzen Begräbniskomplex gehandelt haben.

chs/dapd



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HappyLuckyStrike 25.06.2011
1. Gestern auf dem Zentralfriedhof...
haben sie auch wieder ein paar Gräber aufgebaggert. Ich glaube, wir wissen langsam genug über ausgestorbene Zivilisationen, der Rest ist nicht *so* furchtbar wichtig - wird Zeit, die nekrophile Gewohnheit abzulegen, gegen Forschungsgelder Grabstätten zu entweihen und dabei auch noch die armseligsten Grabbeigaben mitgehen zu lassen.
Peletua 25.06.2011
2. Die 'verschwundendenen' Maya
Aufregende Sache! Hoffentlich gelingt es, das Grab vollständig zu erforschen, ohne es zu gefährden. Gottlob liest man in diesem Artikel nichts über das angebliche 'Verschwinden der Maya', wie in anderen SPON-Beiträgen zum Thema (zuletzt im Mai dieses Jahres). Es scheint wenig bekannt zu sein, dass die Maya bis zum heutigen Tag recht kopfstark in Mexiko, Guatemala und anderen mittelamerikanischen Ländern leben und dabei Teile ihrer 'untergegangenen' Kultur sowie ihre Sprachen bewahrt haben. Aber über ein 'verschwundenes' Volk lassen sich natürlich – beileibe nicht nur von SPON - sehr viel reißerischere Artikel schreiben und, wie Mel Gibsons langweilig-brutales Machwerk 'Apocalypto', Filme von erbarmungswürdiger Kenntnislosigkeit drehen. @HappyLuckyStrike: Wie war das noch? 'In der Beschränktheit zeigt sich der Meister'? Ach nee, hieß wohl anders…
schnubbi79 25.06.2011
3. Noch lange nicht genug
Zitat von HappyLuckyStrikehaben sie auch wieder ein paar Gräber aufgebaggert. Ich glaube, wir wissen langsam genug über ausgestorbene Zivilisationen, der Rest ist nicht *so* furchtbar wichtig - wird Zeit, die nekrophile Gewohnheit abzulegen, gegen Forschungsgelder Grabstätten zu entweihen und dabei auch noch die armseligsten Grabbeigaben mitgehen zu lassen.
Vielleicht wissen _Sie_ genug (dann mangelt es Ihnen wohl an Neugier), deshalb muss es anderen noch lange nicht genauso gehen. Gerade über die Maya ist vieles noch nicht bekannt. Gleichzeitig sind bei den amerikanischen Kulturen die Details spannend, weil sich vieles vollkommen unabhängig von der "alten Welt" entwickelt hat. Ein zweites, unabhängiges Experiment, über das sich Rückschlüsse ziehen lassen, was sich in Kultur und Gesellschaft ggf. immer wieder gleich entwickeln würde, weil es sozusagen in der menschlichen Natur liegt, was unterschiedlichen Umweltbedingungen und was einfach dem Zufall geschuldet ist. Zu den Gräbern: die gehören nunmal zu den oft besterhaltensten Hinterlassenschaften, enthalten Beigaben und verraten auch noch etwas über die Jenseitsvorstellungen der entsprechenden Kultur. Mit Nekrophilie hat das nichts zu tun. Mir ist auch nicht bekannt, dass in Archäologie jetzt Abermilliarden von Steuergeldern verschwendet würden. Die Disziplin gilt als chronisch unterfinanziert.
jocurt, 25.06.2011
4. Machen Wir es doch einfach genauso
Zitat von HappyLuckyStrikehaben sie auch wieder ein paar Gräber aufgebaggert. Ich glaube, wir wissen langsam genug über ausgestorbene Zivilisationen, der Rest ist nicht *so* furchtbar wichtig - wird Zeit, die nekrophile Gewohnheit abzulegen, gegen Forschungsgelder Grabstätten zu entweihen und dabei auch noch die armseligsten Grabbeigaben mitgehen zu lassen.
bei einer Bestattung als Grabbeigabe (Sand werfen muss ja nicht alles sein) einfach mal den IPod und dazu einen scheußlichen Keramikeierbecher plus eine Muschelhalskette aus dem letzten Mallotseurlaub. Was meinen Sie, was zukünftige Generationen von Archäologen zu Rätseln haben. Unsere Müllhalden von heute sind doch ein schönes Troja von übermorgen. Tun wir Ihnen den gefallen. Grabbeigaben für die Nachwelt zum Staunen.
snickerman 25.06.2011
5. Nachhilfe
Zitat von HappyLuckyStrikehaben sie auch wieder ein paar Gräber aufgebaggert. Ich glaube, wir wissen langsam genug über ausgestorbene Zivilisationen, der Rest ist nicht *so* furchtbar wichtig - wird Zeit, die nekrophile Gewohnheit abzulegen, gegen Forschungsgelder Grabstätten zu entweihen und dabei auch noch die armseligsten Grabbeigaben mitgehen zu lassen.
Was wäre nochmal Ihre Antwort auf die Frage, was schlimmer sei, Unwissen oder Ignoranz? "Weiß ich nicht, is mir auch egal" Im Übrigen sind es gerade die kleinen Dinge, weniger die Schätze, die für die Erforschung von vergangenen Zivilisationen so wichtg sind.
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