Michel Miesepeter Deformiert Deutsch das Gesicht?

Die vielen Umlaute in ihrer Sprache machen Deutsche mürrisch und humorlos, "ä", "ö" und "ü" zögen Mundwinkel und Laune nach unten. Das behauptet ein amerikanischer Psychologieprofessor.

London - Professor David Myers vom Hope College in Michigan hat demnach bemerkt, dass sich der Mund bei der Aussprache deutscher Umlaute nach unten verzieht. Dies führe zu einem miesepetrigen Gesichtsausdruck und aktiviere Muskeln, die "mit negativen Emotionen besetzt" seien. "Das kann den Gemütszustand einer Person signifikant beeinflussen", sagte Myers. "Es könnte ein guter Grund dafür sein, dass Deutsche im Ruf stehen, humorlos und mürrisch zu sein." Sogar ihre "Probleme, sich zuweilen mit anderen Ländern in der Europäischen Union zu verständigen", ließen sich letztlich auf "ä", "ö" und "ü" zurückführen.

Das Englische mit seinen vielen "e"- und "a"-Lauten lasse die Menschen dagegen fröhlich und hilfsbereit werden. Die an der Royal Society in Edinburgh vorgestellte Theorie stieß am Freitag in Großbritannien auf großes Interesse.

Die "Times" und der "Daily Telegraph" illustrierten die Ausführungen am Freitag auf ihren Titelseiten mit Fotos eines Mundes, der deutsche Umlaute ausspricht, und eines missmutig dreinblickenden Gerhard Schröder. Die "Daily Mail" fragte auf Deutsch: "Sprechen Sie grumpy (mürrisch)?" und listete deutsche Sprichwörter auf, bei deren Aussprache man das Gesicht besonders unvorteilhaft verziehe, etwa: "Unter den Blinden ist der Einäugige König." Der "Daily Star" imitierte in seiner Überschrift einen deutschen Akzent: "It's the vay ve talk zat makes us frown." (Unsere Sprechweise lässt uns so finster aussehen.)

Eine Stellungnahme der deutschen Botschaft in London erhielt keine der Zeitungen. "Das ist zu wissenschaftlich", sagte ein Sprecher.