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28. April 2004, 15:42 Uhr

Mumienfund

Das Vermächtnis des Gold-Sarkophags

Einzigartig gut erhaltene Mumien aus dem alten Ägypten haben Archäologen in einer unberührten Grabstätte bei Kairo entdeckt. Die Funde stammen aus den letzten Jahrhunderten vor Christus.

Gold-blauer Sarg: Von Grabräubern übersehen
REUTERS

Gold-blauer Sarg: Von Grabräubern übersehen

Der goldene Fund in der Wüste bei Sakkara faszinierte die Altertumsforscher. Im Dezember hatten französische und ägyptische Archäologen in der Nähe der bekannten Stufenpyramide zwei offenbar noch nicht geplünderte Gräber entdeckt und waren auf einen vergoldeten Sarkophag gestoßen. Der französische Forscher Guy Lecuyot sagte, es grenze schon fast an ein Wunder, in einem bereits durchsuchten Gebiet gleich zwei intakte Gräber zu finden. "So etwas passiert nur zwei oder drei Mal im Jahrhundert."

Das erste Geheimnis des blau-gold schimmernden Sargs wurde nun gelüftet. Er verbirgt eine sehr gut erhaltene, rund 2500 Jahre alte Mumie. Auch in dem zweiten geöffneten Sarg aus der gleichen Grabstätte fanden die Forscher eine in Leinen gehüllte Leiche. Beide Mumien sollen aus der Ptolemäer-Zeit stammen, die von 323 bis 30 vor Christus reichte.

Die Sarkophage aus Holz wurden aus einer unterirdischen, weit verzweigten Grabanlage geborgen, die nach Angaben der Forscher insgesamt 50 Särge enthielt. Der farbige Sarkophag weise Hieroglyphen und Darstellungen der ägyptischen Himmelsgöttin Nut auf. Der zweite geöffnete gold-blaue Sarkophag ist noch prächtiger gestaltet. Die Oberseite sei blau und mit einem goldenen Porträt des Gottes Osiris gestaltet. Der Chef der Altertümerverwaltung, Zahi Hawas, sagte, er habe bereits hunderte Mumien gefunden, diese sei jedoch die am besten erhaltene. Röntgenuntersuchungen sollen weitere Erkenntnisse über die Mumien bringen.

Besonders freut die Forscher, dass die Mumien direkt in der Grabstelle gefunden wurden. Aus der Beschaffenheit des Grabes könnten weitere Rückschlüsse auf die Toten gezogen werden, als dies bei Mumien möglich sei, die auf Umwegen in ein Museum gelangten. "Wir haben viele Särge und Mumien", sagte der britische Archäologe Nigel Strudwick dem Wissenschaftsdienst "New Scientist", doch ihr genauer Ursprung und der Grabkontext seien meist unbekannt.

Das aufgespürte Grabsystem könnte von Priestern speziell für eine bestimmte Familie oder die Mitglieder einer Arbeiterkaste betrieben worden sein, vermutet Strudwick. Sein ägyptischer Kollege Hawas glaubt, dass sich unter den Leinentüchern der Mumien eventuell goldene Amulette befinden könnten. Dieser Schmuck sollte die Toten in ihrem Grab beschützen.

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