Mysteriöse Signale Mars schickt Lichtblitze zur Erde

Es klingt nach Science-Fiction, doch von Zeit zu Zeit sendet der Rote Planet offenbar funkelnde Signale zur Erde. Wer oder was dahinter steckt, darüber grübeln die Astronomen noch.

Er hat es wieder getan: Bereits 1958 konnten Wissenschaftler eine helle Lichtquelle auf der Oberfläche des Roten Planeten registrieren, die offensichtlich auf die Erde gerichtet ist. Die Idee, Marsbewohner könnten mit Spiegeln Signale zum Nachbarplaneten schicken, wurde allerdings schnell verworfen. Jetzt ist es einem Team von Amateurastronomen erneut gelungen, das Funkeln zu beobachten.

Wie das US-Wissenschaftsmagazin "Science" in seiner Online-Ausgabe berichtet, hat eine Gruppe um Thomas Dobbins, Hobbyastronom und Autor eines Buches über Videoastronomie, die mysteriösen Lichter sogar auf Film festhalten können - als Beweis für alle Zweifler. Bei den Beobachtungen Anfang Juni auf den Florida Keys kamen vergleichsweise kleine Teleskope zum Einsatz: Der Mars wurde mit einem 15-Zentimeter-Spiegel ins Visier genommen, die Videoaufnahmen entstanden mit einem 30-Zentimeter-Teleskop.

Dobbins habe, so "Science now", als Kind erstmals von den Lichtblitzen gehört. Vergangenes Jahr reifte schließlich die Idee zu berechnen, wann die gleiche Planetenkonstellation wie 1958 zum nächsten Mal auftritt - mit einem überraschend zeitnahem Ergebnis: Anfang Juni 2001 sollte es so weit sein. Und so packten die Amateurastronomen ihre Teleskope ein und zogen auf die Inselkette im Süden Floridas.

Die Anstrengungen wurden belohnt. Wie Dobbins in einer Veröffentlichung der International Astronomical Union schreibt, waren in der Nacht zum 7. Juni die vorhergesagten Lichtblitze zu sehen. Am Rande einer Mars-Struktur namens Edom Promontorium konnte zunächst - wie schon 1958 - eine auffällige Zunahme der Helligkeit beobachtet werden.

Wenig später begann die Lichtquelle zu pulsieren. Dabei traten pro Minute ein bis zwei Helligkeitsspitzen mit einer Dauer von jeweils rund fünf Sekunden auf. Einen Zusammenhang mit atmosphärischen Turbulenzen schließt Dobbins aus, schließlich konnten ähnliche Phänomene auch in der darauf folgenden Nacht beobachtet werden.

Wissenschaftler zweifeln die Existenz derartiger Lichtblitze nicht an, berichtet "Science now". Erklären können sie das Funkeln dennoch nicht. Theorien, Wolken voller Eiskristalle reflektierten bei bestimmten Konstellation Sonnenlicht zu Erde, finden derzeit den größten Zulauf.

Tim Parker vom Jet Propulsion Laboratoy der Nasa im kalifornischen Pasadena ist allerdings skeptisch. "Wenn Wolken oder Nebel die Reflektionen hervorrufen, gehört entweder viel Glück oder regelmäßige Wolkenbildung dazu." Parker will nun eine der Mars-Sonden auf das seltsame Phänomen ansetzen.

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