Nach New-York-Reise Düsseldorfer Familie an Schweinegrippe erkrankt

Erstmals ist in Deutschland ein Kind an Schweinegrippe erkrankt: Ein Ehepaar, das nach New York gereist war, und sein sechsjähriges Kind haben sich infiziert. Das Düsseldorfer Gesundheitsamt ermittelt mögliche Kontaktpersonen und hat eine Kindertagesstätte geschlossen.

Düsseldorf - Drei neue Schweinegrippe-Fälle in Nordrhein-Westfalen: Ein Düsseldorfer Ehepaar und eines seiner beiden kleinen Kinder seien mit dem neuen H1N1-Virus infiziert, sagte am Donnerstag ein Sprecher der Stadt Düsseldorf. Dies hätten Blutuntersuchungen der Uni-Klinik zweifelsfrei ergeben.

Zunächst war die Krankheit bei der 43-jährigen Mutter, am Donnerstag dann auch bei dem Vater, 40, und dem sechsjährigen Kind festgestellt worden. Ein weiteres Kind des Paares sei gesund. Der Bestätigungstest vom Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin werde noch erwartet.

In Deutschland sind damit 17 Menschen an der Schweinegrippe erkrankt. Neben den drei neu Infizierten in Nordrhein-Westfalen wurden nach RKI-Angaben Fälle in Bayern (7), Sachsen-Anhalt (4), Brandenburg (2) und Hamburg (1) registriert.

Die Düsseldorferin sei mit ihrem Mann am 15. Mai aus New York zurückgekommen und habe bei ihrer Ankunft keine Krankheitssymptome aufgewiesen. Erst Anfang der Woche sei sie erkrankt, sagte der Sprecher.

Kita für zwei Wochen geschlossen

Das Düsseldorfer Gesundheitsamt ermittelt derzeit die möglichen Kontaktpersonen. Neben den Mitreisenden seien dies auch 34 Kinder und sechs Mitarbeiter einer Düsseldorfer Kindertagesstätte, die das Paar zu Wochenbeginn besucht hatte. Die Kita bleibe nun bis zum 2. Juni vorsichtshalber geschlossen.

Die Räumlichkeiten wurden nach Angaben der Stadt mittlerweile desinfiziert. Die Eltern dieser Kinder sollten den Nachwuchs bis Anfang Juni nicht zu Gemeinschaftsveranstaltungen wie Sportverein oder Musikschule gehen lassen, sagte Düsseldorfs Gesundheitsdezernent Wilfried Kruse.

Alle betroffenen Eltern wurden aufgefordert, besonders auf Krankheitssymptome bei ihren Kindern zu achten. Insbesondere bei kleineren Kindern bestehe auch bei Symptomfreiheit erst ab dem 29. Mai Sicherheit, dass sich das Kind nicht angesteckt habe.

Drei Tote in Mexiko und den USA

In Mexiko und den USA sind insgesamt drei weitere Menschen an der Schweinegrippe gestorben. In Mexiko stieg die Zahl der Todesopfer damit um eines auf 75, wie das Gesundheitsministerium in Mexiko-Stadt am Mittwoch mitteilte. Bis auf sieben infizierten sich dort alle Opfer vor dem 23. April, dem Tag, an dem das neue Virus identifiziert wurde und besondere Schutzmaßnahmen in Kraft traten. Die Behörden meldeten 158 weitere bestätigte Erkrankungen, damit stieg die Gesamtzahl der Infizierten auf 3892. Die Zahl der Neuinfektionen sei weiter rückläufig, hieß es.

Aus den USA wurde unterdessen der Tod von zwei weiteren Menschen infolge der Schweinegrippe gemeldet, insgesamt stieg die Zahl dort damit auf zehn. Die Gesundheitsbehörden des Staates Utah gaben am Mittwoch den Tod eines 21-jährigen Mannes bekannt. Er litt außerdem an Übergewicht und chronischen Erkrankungen. In Arizona starb nach Behördenangaben ein 13-Jähriger an der Seuche.

Weltweit hat die Schweinegrippe nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bislang 87 Menschenleben gekostet. Die Zahl der Infizierten liegt inzwischen bei rund 10.000. Aus Düsseldorf wurde am Mittwochabend die 15. Erkrankung in Deutschland gemeldet.

Das Auswärtige Amt hat seinen Reisehinweis für Mexiko unterdessen entschärft und rät wegen der Schweinegrippe nicht mehr ausdrücklich vom Besuch des Landes ab. Der Hinweis sei in Abstimmung mit den Partnern in der EU und den Experten des Robert-Koch-Instituts an die Entwicklung der Grippe angepasst worden, sagte ein Sprecher. Das Ministerium weist in seinen Hinweisen aber weiter auf die Gefahr der Grippe hin.

abl/dpa/AP

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