Nachhaltigkeit im Alltag So eine Schweinerei

Nein, es geht nicht um kompletten Verzicht. Selbst wenn jeder seinen Fleischkonsum halbieren würde, könnte die Umwelt profitieren. Im Nachhaltigkeitstraining von SPIEGEL WISSEN lernen Sie, Ihren Speiseplan umzubauen.

Clara de Villiers/SPIEGEL WISSEN

Das achtwöchige Nachhaltigkeitstraining von SPIEGEL WISSEN setzt an Punkten an, mit denen Sie leicht und ohne viel Zeitaufwand Ihren Alltag so verändern können, dass die Umwelt effektiv geschützt wird. Dies ist die fünfte Ausgabe.

Beim Thema Fleisch scheiden sich die Geister: Vielen Menschen fällt es eher leicht, wenig davon zu essen. Weil sie es nicht mögen. Oder weil sie sich vor Fleisch aus Massentierhaltung ekeln. Andere lieben das regelmäßige Stück Steak oder Wurst auf dem Teller und empfinden den Verzicht darauf als schwierigste Herausforderung auf der Nachhaltigkeitsliste.

Diese Woche wird also für echte Fleischfans nicht ganz einfach. Aber bedenken Sie: Wenn jeder seinen Fleischkonsum um mehr als die Hälfte senkt, kann man damit quasi die Welt retten, nachhaltiger Umgang mit Ressourcen bekommt so jedenfalls eine reelle Dimension. Sie müssen ja nicht komplett verzichten.

Machen Sie diese Woche einfach nur folgenden Versuch:

Basisübung

Essen Sie nur an zwei Tagen Fleisch, natürlich aus Biohaltung. Damit das gelingt, machen Sie am besten einen groben Speiseplan, was Sie in dieser Woche essen wollen. Legen Sie zum einen fest, welche Fleischgerichte Sie essen wollen. Und überlegen Sie sich zum anderen ein paar fleischlose Alternativen, zum Beispiel Nudeln mit Tomatensauce, Falafel, Pizza, Salat, Gemüsesuppe. Die kleine Planung hilft, Ihr Vorhaben umzusetzen. Falls Sie noch Anregungen für fleischlose Gerichte brauchen: Die Rezept-Webseite Regional-saisonal.de hat sich auf nachhaltige Gerichte spezialisiert. Oder Sie versuchen es mit der "Schlemmervariante", Rezepten nach einem guten vegetarischen Kochbuch.

Wichtig: Vegetarier, Fleisch-Hasser und Wenig-Fleisch-Esser wiederholen in den nächsten Tagen die Übung aus Woche eins: Kaufen Sie noch einmal saisonal und regional ein. In dieser Woche gibt es heimische Mirabellen, Pfirsiche, Heidelbeeren, Erdbeeren und Kirschen!

In machbaren Schritten zu mehr Nachhaltigkeit? Mit dem Training von SPIEGEL ONLINE und SPIEGEL WISSEN ist das spielend leicht möglich. Jeden Freitag bekommen Sie eine neue, einfache Anregung für umweltfreundlicheres Verhalten im Alltag. Bestellen Sie direkt hier:

Weiterführender Tipp

Wenig aus dem Meer. Fisch ist gesund, aber ökologisch gesehen ist es sinnvoll, sich auch hier auf etwa zwei Mahlzeiten pro Woche zu beschränken. Und: Gucken Sie, welcher Fisch unbedenklich ist. Es gibt Apps, die bei der Auswahl helfen.

Nutzen

Was bringt das für die Umwelt? Wenn Sie das Fleischessen auch nur ein bisschen einschränken, schützt effektiv die Umwelt. Im folgenden Video erklärt SPIEGEL-Wissenschaftsredakteur Philip Bethge, was passieren wird, wenn wir unseren Fleischkonsum nicht verringern:

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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
thrust26 16.06.2017
1. Wirkung?
Wie wäre es, wenn man die Wirkung der einzelnen Übungen mal bewerten würde? Dann wüsste man auch, welche Priorität die einzelnen Handlungen haben. Also: Zahlen bitte!
the_tetrarch 16.06.2017
2. Ursache: Bequemlichkeit
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die täglichen Fleisch- und Wurstkonsumenten dies vor allem aus Gewohnheit tun, nicht weil sie es "bräuchten" oder auf den keineswegs durchgängig erstrebenswerten Geschmack nicht verzichten wollen. Die besseren Schlachtabfälle, die unter Labels wie "Grillfleisch", "Bratwurst" etc. in empörenden Mengen für noch empörendere Minimalbeträge über den Ladentisch gehen, sind objektiv betrachtet alles, nur kein Genuss. Um daraus etwas Genießbares zu machen, muss es scharf angebraten werden. Dieser Vorgang wiederum verwandelt die Ekelmasse in etwas Toxisches. Nicht so toxisch, dass man davon direkt krank wird. Aber die grauen und stumpfen Gesichter der Konsumentinnen und Konsumenten sind für das geübte Auge auf den ersten Blick zu erkennen.
Worldwatch 16.06.2017
3. Machen wir seit Jahren
Aber, warum ist die in Deutschland angebotene, vegetarische/vegane Küche in Restaurants, so dermaßen langweilig und schlecht schmeckend? In Ostasien gibt's u.a. 150 verschiedene Sorten Tofu, mit denen es sich schmackhaft vegan kochen lässt.
ansv 16.06.2017
4.
Zitat von thrust26Wie wäre es, wenn man die Wirkung der einzelnen Übungen mal bewerten würde? Dann wüsste man auch, welche Priorität die einzelnen Handlungen haben. Also: Zahlen bitte!
Ich bin der festen Überzeugung: Einer allein kann die Welt nicht retten. Wenn aber jeder einen kleinen Beitrag leistet, kann die Welt durchaus besser werden. Wenn Sie jetzt also ihre Gewohnheiten prüfen und sich überlegen, welche davon Sie mit für Sie akzeptablem Einsatz ändern und - im Sinne der Umwelt und Nachhaltigkeit - verbessern können, dann ist das ein Beitrag. Und Sie werden sehen, aus einem ersten Schritt werden von ganz alleine mehr.
ardbeg17 16.06.2017
5.
absolut nichts gegen Bio-Fleisch. Natürlich auch nicht gegen eine deutliche Reduktion des Fleischkonsums. Bezüglich des Bio-Fleisches sollte man sich auch darüber im Klaren sein, dass diese Tiere langsamer wachsen und daher bezogen auf ihr Endgewicht erheblich mehr gefressen und somit Nahrungsmittel verbraucht haben als bei "konventioneller" Haltung. Daher macht nur die Kombination "Bio" und "weniger" richtig effektiven Sinn.
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