Nachhaltigkeit im Alltag Obst und Gemüse klüger einkaufen

Die Kiwis schmecken so lecker, die Äpfel aus Südafrika auch! Aber ist es gut, sie zu essen? Im Nachhaltigkeitstraining von SPIEGEL WISSEN erfahren Sie, wie Sie Frisches einkaufen und zugleich Ressourcen schonen.
Foto: Clara de Villiers/SPIEGEL WISSEN

Den eigenen Alltag so ausrichten, dass Ressourcen geschont werden? Das finden laut Statistiken drei Viertel der Deutschen wichtig. Wenn Sie sich für dieses Training angemeldet haben, gehören Sie wahrscheinlich zu dieser Mehrheit. Dennoch ist das Thema Nachhaltigkeit für die meisten von uns auch ambivalent: Es soll nicht zu kompliziert werden, uns nicht zu viel Zeit oder Komfort kosten - und dennoch wollen wir gern etwas tun.

Unser Acht-Wochen-Training setzt deshalb ausschließlich an Punkten an, die Sie leicht und ohne viel Zeitaufwand verändern können - und die Umwelt effektiv schützen. "Viele der Aufgaben und Übungen werden Ihnen wahrscheinlich sogar Freude machen", sagt Leena Volland, die zusammen mit Florian Schreckenbach das Blog NACHHALTIG-SEIN.info  betreibt. Die beiden haben das Training in Zusammenarbeit mit SPIEGEL WISSEN entwickelt.

Foto: DER SPIEGEL

Mehr zum Thema in SPIEGEL WISSEN 2/2017

Paradies Erde
Wie wir unseren Lebensraum retten

SPIEGEL WISSEN bei Amazon: Heft 2/2017 Abo SPIEGEL WISSEN

In der ersten Woche geht es um den Einkauf von frischen Produkten. Wir alle wissen, dass die Obst- und Gemüsetheken in den Supermärkten voll mit Grünzeug aus Übersee sind, das hier gar nicht wächst oder gerade keine Saison hat. Bei manchen Angeboten wissen wir sofort, dass sie nicht besonders ökoverträglich sind - und lassen sie liegen.

Häufig kaufen wir aber auch so gewohnheitsmäßig ein, dass uns entgeht, wenn Trauben oder Zwiebeln aus Südafrika oder Australien in unserem Einkaufskorb landen. Hier setzen wir an: Wir starten damit, frische Ware von Birne bis Brokkoli (noch) bewusster und klüger einzukaufen als bisher.

Basis-Übung

Kaufen Sie sieben Tage lang nur regionales und saisonales Gemüse und Obst. Ein Blick auf den Saisonkalender zeigt: In dieser Woche werden bei uns Blumenkohl, Tomate, Gurke, Spargel, Fenchel und Champignons frisch geerntet. Außerdem Kopf- und Feldsalat. Beim Obst sind es vor allem Erdbeeren und Äpfel (aus Lagerbeständen), die regional zu kriegen sind, mit Glück auch erste Süßkirschen.

Greifen Sie in dieser Woche bewusst zu diesen saisonalen Produkten. Und nehmen Sie sich ein wenig Zeit, im Supermarkt die Herkunftsländer auf den Etiketten zu studieren. Registrieren Sie dabei auch, was normalerweise nach Gewohnheit in Ihrem Einkaufswagen landen würde. Oft wundert man sich bei genauerer Betrachtung, wie viel Obst auch Ende Mai noch von anderen Kontinenten stammt (Trauben, Melonen, Äpfel).

Wenn Sie unter Ihren Gewohnheitskäufen ein paar echte Fehlgriffe entlarven: Gut so! Sie wissen nun mehr. Und werden merken, dass Sie in Zukunft eher zwei Mal aufs Etikett schauen werden. Ansonsten: viel Freude beim Einkaufen und Zubereiten. (Saisonkalender gibt es übrigens als Apps, etwa GrünZeit  oder Saisonkalender )

Weiterführender Tipp

Ausnahmen machen. Sie lieben Ananas, Kiwis, Bananen? Oder brauchen auch in Herbst und Winter ab und zu frische Tomaten zu Ihrem Glück? Lassen Sie Ausnahmen für sich zu: Kaufen Sie sich aber Ihre Ananas aus Übersee oder Tomaten außerhalb der Saison auf jeden Fall in der Bio-Variante. Und genießen Sie diese besonderen Produkte bewusst!

Nutzen

Was bringt es der Umwelt? Wenn Sie frische Produkte vorwiegend regional und saisonal kaufen, bewirken Sie viel:

  • Sie fördern den Klimaschutz und helfen, Energie zu sparen (kurze Transportwege, reduzierter CO2-Verbrauch). Saisonal nämlich bedeutet auch, dass Obst und Gemüse nicht im beheizten Gewächshaus angepflanzt werden.
  • Wenn Sie zu Bio-Lebensmitteln greifen, bedeutet das: keine Pestizide, der Anbau schützt damit beispielsweise auch Bienen und andere Insekten.
  • Sie fördern den Bodenschutz: Denn Öko-Landwirtschaft führt zu verbesserten Böden.

Kleine Veränderungen können also eine ziemlich große Wirkung haben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine schöne Woche und ein schönes Training.

Das SPIEGEL-WISSEN-Team

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.