Nasa Fehlschlag einer Ballonfahrt

Nur wenige Stunden nach dem Start ist der Versuch der Nasa gescheitert, einen riesigen Forschungsballon einmal um die Erde zu schicken. Ein Leck trat in der Hülle auf, so dass der Ballon wieder auf den Boden zurücktrudelte.


Sydney - Möglicherweise wollen die beteiligten Wissenschaftler in den nächsten Tagen versuchen, einen Ersatzballon aufsteigen zu lassen. Der Frühstücksfolien-dünne, unbemannte Ballon hat einen Umfang von 58,5 Metern und eine Höhe von 35 Metern. Er soll als billige Alternative zu Forschungssatelliten entwickelt werden.

Schlechtes Wetter im Zentrum Australiens hatte fast zwei Monate lang den Start verhindert. Umso enttäuschender war das aufgetretene Leck, nachdem sich der Ballon nun endlich in die Luft erhoben hatte. Der Chef der Startcrew, Garry Woods, erklärte, dass der Ballon schon über 20 Kilometer hoch war, als das Leck entdeckt wurde. Per Fernbedienung gelang es, den Ballon sicher 250 Kilometer vom Startpunkt entfernt zu landen, ohne die an Bord befindlichen Messgeräte zu beschädigen.

Der mit Helium gefüllte einzellige Ballon allein kostet rund eine Million australische Dollar (1,15 Millionen Mark). Er sollte in zwei Wochen in westlicher Richtung über der südlichen Hemisphäre einmal die Erde umrunden und dabei Südafrika, Brasilien und Chile überqueren. Vorgesehen war eine Flughöhe von 35.000 Metern, mehr als drei Mal so hoch wie ein normales Verkehrsflugzeug. In Zukunft soll er sogar Flugzeiten von bis zu hundert Tagen erreichen, deutlich mehr als andere bisher gebräuchliche Ballons, die meist nicht mehr als eine Woche schafften.



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