Neue Bilder Lawinen donnern über den Mars

In nur zwei Jahren hat sich die Oberfläche des Roten Planeten teilweise erheblich verändert. Aufnahmen des Mars Global Surveyor offenbaren Erosionsprozesse, die deutlich häufiger auftreten als zunächst gedacht.

Wäre alles nach dem ursprünglichen Plan gegangen, hätte die Sonde Mars Global Surveyor bereits Ende Januar ihren Betrieb eingestellt. Doch als die Nasa-Ingenieure ihr äußerst erfolgreiches Raumfahrzeug genauer unter die Lupe nahmen, zeigte sich, dass der Global Surveyor noch lange nicht am Ende ist. Die Mission wurde erst einmal bis April 2002 verlängert.

Zum Glück, denn die Sonde, der Astronomen nicht nur detailgetreue Marskarten, sondern auch Hinweise auf flüssiges Wasser verdanken, liefert noch immer faszinierende Bilder. Mehr noch: Da der Global Surveyor nun Abschnitte des Roten Planeten überfliegt, die er bereits vor einigen Jahren ins Visier genommen hatte, lassen sich kleine Veränderungen auf der Mars-Oberfläche exakt feststellen. Aufgrund des 687 Erdentage zählenden Marsjahres ist für derartige Beobachtungen entsprechend mehr Zeit von Nöten als auf dem Blauen Planeten.

Eine der Regionen, die deutliche Modifikationen zeigt, liegt im Lycus Sulci, einer hügeligen, unwirtlichen Gegend im Norden des gewaltigen Vulkans Olympus Mons. Als der Mars Global Surveyor vor 630 Tagen dieses Gebiet überflog, zeigten sich einige wenige schwarze Streifen, vermutlich durch Abgänge von trockenen und feinen Staublawinen erzeugte Bruchstellen.

21 Monate später bietet sich ein ganz anderes Bild: Acht neue Streifen sind hinzugekommen, acht neue Lawinen - so die Vermutung der Nasa-Forscher - sind in weniger als zwei Erdenjahren abgegangen. Damit steige nach Berechnung der Astronomen die Anzahl an Abgängen auf jährlich eine Lawine pro Kilometer Abhang.

Forscher gehen davon aus, dass Risse in der Marsoberfläche auf den Surveyor-Aufnahme als dunkle Striche erscheinen. Ein ähnliches Phänomen hatte sich bereits 1997 gezeigt - allerdings von Menschenhand verursacht: Als die Pathfinder-Sonde auf dem Roten Planeten aufschlug und der Rover Sojourner anschließend seine Runden im Marsstaub drehte, hinterließen beide ihre charakteristischen dunkle Markierungen.

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