Zuschüsse, Steuervorteile Riesige Subventionen fließen weltweit in klimaschädliche Projekte

Rund 1,6 Billionen Euro fließen jährlich an Subventionen in Projekte, die klimaschädlich sind, so das Fazit einer neuen Studie. Die Autoren sagen: Die Menschheit finanziert ihr eigenes Aussterben.
Feld in Sachsen: Auch in der deutschen Landwirtschaft fließen umfangreiche Subventionen

Feld in Sachsen: Auch in der deutschen Landwirtschaft fließen umfangreiche Subventionen

Foto: Stephan Zirwes / fStop Images / IMAGO

Subventionen sind eine zweischneidige Angelegenheit: Mit Geld lässt sich manch gutes Projekt fördern – aber die Finanzspritzen können auch das genaue Gegenteil erreichen, wenn beispielsweise umwelt- oder klimaschädliche Unternehmen unterstützt werden. Und laut einer neuen Analyse passiert Letzteres zu häufig.

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Wie die Organisation Earth Track  meldet, gibt die Welt jedes Jahr mehr als 1,6 Billionen Euro (rund 1,9 Billionen Dollar) für Maßnahmen aus, die entweder die Ausrottung von Flora und Fauna vorantreiben oder den Klimawandel befördern. Die Menschheit finanziere ihr eigenes Aussterben, so die Autoren Doug Koplow und Ronald Steenblik.

Ein typisches Beispiel für solche fehlgeleiteten Unterstützungen seien Steuererleichterungen für die Betreiber von riesigen Farmen im Amazonasgebiet, berichtet der »Guardian« . Dabei werden für die Rindfleischproduktion große Flächen Wald gerodet. Auch im Nahen Osten werden teils klimaschädliche Projekte gefördert. Hier wird beispielsweise Geld für Pumpen investiert, die Wasser für intensive Landwirtschaft aus den ohnehin knappen Grundwasserreservoirs entnehmen – eine Bedrohung nicht nur für die Wasserversorgung der örtlichen Bevölkerung, sondern auch für die Ökosysteme.

Die fossile Industrie erhält besonders viel Geld

Laut der Untersuchung macht klimaschädliche staatliche Unterstützung rund zwei Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts aus. Diese Subventionierung stehe aber den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens direkt entgegen und widerspreche auch den Zielen zum Erhalt der weltweiten Biodiversität.

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Untersucht haben die Experten Subventionen in verschiedenen Sektoren, darunter solche, bei denen fossile Brennstoffe gefördert werden, dazu Land-, Forst- und Wasserwirtschaft oder Fischerei. Der größte Teil der ermittelten Subventionen entfällt dem Bericht zufolge auf die Industrie für fossile Brennstoffe (640 Milliarden Dollar), den Agrarsektor (520 Milliarden Dollar), die Wasserwirtschaft (350 Milliarden Dollar) und die Forstwirtschaft (155 Milliarden Dollar). Für den Bergbau, der jedes Jahr große Schäden in den Ökosystemen hinterlässt, konnte keine Schätzung vorgenommen werden.

Laut den Autoren, beides Wirtschaftsexperten, könnte ein beträchtlicher Teil des Geldes sehr viel sinnvoller ausgegeben werden und den Klimazielen zugutekommen, indem es beispielsweise zur Förderung von Übergangslösungen zu einer kohlenstofffreien Wirtschaft beiträgt. Solche Investitionen seien dringend erforderlich, schreiben die Autoren.

Der Bericht fordert, dass sich die Regierungen der Weltgemeinschaft auf ein Ziel zur Abschaffung umweltschädlicher Subventionen bis zum Ende des Jahrzehnts einigen. Ein erster Schritt dazu könnte auf dem zweiten Teil der Uno-Biodiversitätskonferenz im chinesischen Kunming gemacht werden, die Ende April stattfindet. Die Hoffnung ist, dass dort eine Art Pariser Abkommen für die Natur unterzeichnet wird.

joe
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