Neuer Forschungsreaktor Mysteriöse Panne in Garching

Ein Zwischenfall am Garchinger Forschungsreaktor FRM II bleibt vorläufig ungeklärt. Am Freitag war es zum Austritt schweren Wassers gekommen.


Gerade erst eingeweiht: Der Neubau des Foschungsreaktors Garching
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Gerade erst eingeweiht: Der Neubau des Foschungsreaktors Garching



München - In der kommenden Woche sollten dazu weitere Untersuchungen folgen, sagte am Samstag ein Sprecher des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz (LfU) in Augsburg. Bei der Anlieferung von 53 mit schwerem Wasser gefüllten Fässern waren einige Milliliter ausgetreten und damit Radioaktivität in geringen Mengen frei geworden. Vor knapp zwei Wochen hatte Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) den offiziellen Startschuss zur Inbetriebnahmephase des umstrittenen Forschungsreaktors gegeben.

Aus zwei Fässern sei Flüssigkeit ausgetreten, die auch geringe Mengen des leicht radioaktiven Stoffs Tritium enthalten habe, teilte das Landesamt als Aufsichtsbehörde mit. Trotz der Freisetzung von Radioaktivität in geringen Mengen seien Menschen zu keiner Zeit gefährdet gewesen.

Die Lecks waren bei der routinemäßigen Eingangskontrolle am Reaktor durch die Strahlenschutzbeauftragten bemerkt worden. Die Wassertropfen hätten sich am Deckel der Fässer befunden. Unklar war zunächst die Ursache für die undichten Stellen. Die defekten Fässer wurden sichergestellt.

Reaktorbetrieb noch in der Vorlaufphase

Derzeit laufen an dem Reaktor in Garching bei München die Vorbereitungen für den Start des heißen Betriebs, der in einigen Monaten aufgenommen werden soll. Dazu waren am Freitag die Fässer aus Frankreich angeliefert worden. Das schwere Wasser bremst im Innern des Reaktors die schnellen Neutronen, so dass sie Atomkerne spalten können. Schweres Wasser enthält anstelle des normalen Wasserstoffs Deuterium. Der Transport des schweren Wassern bedurfte nach Behördenangaben keiner strahlenschutzrechtlichen Genehmigung.

Der FRM II ist umstritten, weil er mit atomwaffenfähigem Uran als Brennstoff betrieben wird. Nach einer Vereinbarung zwischen Bayern und dem Bund muss der Reaktor aber bis spätestens 2010 auf niedriger angereichertes, nicht atomwaffentaugliches Uran umgerüstet werden. Der FRM-II soll der Forschung als hochwertige Neutronenquelle dienen. Er ersetzt den längst außer Betrieb genommenen Forschungsreaktor München I (FRM-I) der Technischen Universität München.



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