Neuer Test Down-Syndrom kann früher erkannt werden

Die einen werden ihn als zusätzliche Sicherheit für Schwangere begrüßen, die anderen als Selektionsinstrument verteufeln: Ein neuer Test ermöglicht es, das Down-Syndrom schon in der zwölften Schwangerschaftswoche zu entdecken.


Bislang war das erst ab dem vierten Monat möglich. Wie die Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine" in ihrer jüngsten Ausgabe berichtet, wurde das risikolose Verfahren bereits bei 38.000 Frauen in 15 Kliniken in den USA getestet und hatte eine Zuverlässigkeit von 87 Prozent.

Schwangere: Spätgebärende oft besorgt
DPA

Schwangere: Spätgebärende oft besorgt

Das Down-Syndrom wird durch das dreifache Vorhandensein des Chromosoms 21 (Trisomie) hervorgerufen. Zu den möglichen Symptomen zählen eine geistige Behinderung, Missbildungen an Herz und Nieren und eine Schrägstellung der Lidachsen.

Bislang konnte das Down-Syndrom erst ab dem vierten Schwangerschaftsmonat festgestellt werden. Besonders Frauen, die erst spät Kinder bekommen, sind häufig besorgt über den Chromosomenfehler. Mit dem neuartigen Verfahren, das unter Federführung von Forschern der Columbia University in New York getestet wurde, werden einerseits bestimmte Proteine und Hormone im Blut der Mutter untersucht. Zustätzlich wird mit Ultraschall die Dicke der Haut am Hals des Fötus gemessen. Der Test kann ab der elften Schwangerschaftswoche durchgeführt werden, das Ergebnis liegt fünf Tage später vor.

Von den am Test beteiligten Frauen waren 117 mit einem Fötus schwanger, der am Down-Syndrom litt. Die Ergebnisse des Bluttests wurden bei diesen Frauen mit einer Fruchtwasser-Analyse (Amniozentese) oder mit einer Gewebeuntersuchung des Fötus' überprüft. Beide Untersuchungsverfahren sind riskant und können schlimmstenfalls eine Frühgeburt verursachen. Obwohl die Trisomie 21 grundsätzlich bei jeder Schwangeren auftreten kann, sind Frauen ab 35 Jahren deutlich häufiger betroffen. Die Feststellung des Down-Syndroms beim Fötus kann Schwangere zu einer Abtreibung veranlassen.



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