Nikotin im rauchfreien Haus Draußen qualmen hilft nicht

Raucher haben's nicht leicht - an vielen Orten werden sie ins Freie verbannt. Eine neue Studie könnte besonders Eltern nun auch das Rauchen vor der Tür verleiden: Das Gift, so ein Ergebnis, hängt am Raucher, auch wenn er an der frischen Luft gesündigt hat.

Kleinkinder, deren Eltern Raucher sind, haben mehr Nikotin im Körper - und zwar selbst dann, wenn die Eltern für jede Zigarette vor die Tür gehen. Eine Gruppe um den US-Wissenschaftler Georg Matt untersuchte den Urin von 49 Kindern unter einem Jahr auf den Suchtstoff hin. Ein Drittel der Eltern war Nichtraucher, ein Drittel rauchte nur draußen, der Rest auch zu Hause.

Nicht weiter überraschend: Die höchsten Nikotinwerte fanden sich im Urin der Kinder, deren Eltern daheim die Bude vollqualmten. Bis zu vierzehn Mal mehr Nikotin als bei den Nichtraucher-Kindern fanden die Forscher. Aber auch die Kinder der Im-Freien-Raucher wiesen erhöhte Urinwerte auf, bis zu achtmal so viel Nikotin wie in der rauchfreien Kontrollgruppe, so die Studie, die in der Nichtraucher-Postille Tobacco Control  erscheinen wird.

Wie genau das Gift ins Haus kommt, ist noch nicht ganz klar. Möglicherweise hängt sich der Rauch in Haare und Kleidung der Draußen-Raucher. Forscher Matt gab gegenüber dem Wissenschaftsdienst "Nature Sciene Update" aber zu, dass es auch noch andere Möglichkeiten gibt.

Einige Probanden aus der Gruppe der Frischluft-Raucher hätten eingestanden, gelegentlich auch mal drinnen eine Zigarette angezündet zu haben. Matt kann nicht ausschließen, dass auch andere sich nicht ganz strikt an die Vorgaben gehalten haben.

Trotz allem ist Matt jedoch überzeugt, dass Raucher ihre Kleidung und Umwelt zum Schaden anderer langfristig vergiften. Bevor man einen Gebrauchtwagen kaufe oder eine neue Wohnung miete, solle man sich vielleicht über die Rauchgewohnheiten vorheriger Besitzer informieren, empfiehlt der Forscher.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.