Auszeichnung in Stockholm Nobelpreis geht an drei Astrophysiker

Mit dem Nobelpreis für Physik werden in Stockholm die Astrophysiker James Peebles, Michel Mayor und Didier Queloz ausgezeichnet - für ihre Arbeiten zum Universum und der Entdeckung eines Planeten.

Forscher Peebles, Mayor und Queloz (v.l.)
Nobel Media 2019/ Niklas Elmehed

Forscher Peebles, Mayor und Queloz (v.l.)


Drei Forscher teilen sich in diesem Jahr den Nobelpreis für Physik: der in Kanada geborene US-Amerikaner James Peebles und die beiden Schweizer Michel Mayor und Didier Queloz. Die Forscher werden für ihre Arbeiten zur Entwicklung des Universums und für die Entdeckung von Exoplaneten ausgezeichnet.

Peebles erhält die Hälfte der Auszeichnung für seine theoretischen Arbeiten in der physikalischen Kosmologie. Laut der Jury hat er seit Mitte der Sechzigerjahre durch seine Berechnungen und Überlegungen unser Verständnis von der Entstehung unseres Universums vor fast 14 Milliarden Jahren entscheidend geprägt. So war er an wichtigen Überlegungen zur Hintergrundstrahlung beteiligt. Die Entdeckung dieser Mikrowellenstrahlung aus dem All wurde bereits im Jahr 2006 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Peebles erkannte beispielsweise, wie nach dem Urknall Lichtstrahlen durch den Raum wandern konnten, und deutete uralte Spuren dieser Strahlung richtig. Der inzwischen emeritierte Kosmologe hat nahezu seine ganze Forscherkarriere an der Princeton University verbrachte. Er gehörte zu den ersten, die sich mit Theorien über die Entstehung des Kosmos auseinander gesetzt haben. Seine Überlegungen haben auch Arbeiten zur rätselhaften Dunklen Materie angestoßen. Forscher vermuten, dass Dunkle Materie und Dunkle Energie zusammen rund 95 Prozent des Universums ausmachen.

Exoplaneten - die Suche nach neuen Welten

Die beiden Schweizer Mayor und Queloz teilen sich die zweite Hälfte des Preisgelds, sie haben 1995 erstmals einen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt, er kreist um einen sonnenähnlichen Stern. An einem Observatorium in Frankreich entdeckten sie 51 Pegasi b, dieser Gasplanet ist mit dem Jupiter in unserem System vergleichbar.

Der inzwischen Dimidium getaufte Himmelskörper im Sternbild Pegasus habe eine Revolution in der Astronomie ausgelöst, heißt es in einer Mitteilung der Jury. Er stand am Anfang einer Entwicklung, die bis heute immer wieder ähnliche Entdeckungen hervorbringt. Mehr als 4000 Exoplaneten haben Forscher inzwischen entdeckt, manchmal sogar mehrere auf einmal.

Mayor und Queloz von der Universität Genf haben damit eine Suche nach immer neuen Welten angestoßen, schreibt das Komitee in Stockholm. Die Forscher stellen mit ihrer Arbeit auch die Frage, ob es möglicherweise irgendeine Form von Leben im All geben könnte.

REUTERS

Der Nobelpreis, die renommierteste Auszeichnung der Wissenschaft, ist mit neun Millionen schwedischen Kronen dotiert - umgerechnet ungefähr 830.000 Euro. Der Physik-Nobelpreis wurde zum ersten Mal 1901 vergeben. Die Entscheidung fällt die Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften.

Im Jahr 2018 gewannen der Amerikaner Arthur Ashkin, der Franzose Gérard Mourou und die Kanadierin Donna Strickland. Mit ihr wurde bei der 112. Preisverleihung erst zum dritten Mal in der Geschichte des Physik-Nobelpreises eine Frau ausgezeichnet. Die Forscher erhielten die Auszeichnung für ihre Entwicklung von Laser-Werkzeugen.

Die Medizin-Nobelpreisträger in diesem Jahr heißen William Kaelin, Gregg Semenza und Peter Ratcliffe. Die beiden US-Amerikaner und der Brite wurden am Montag für ihre Untersuchungen zur Sauerstoffversorgung von Zellen ausgezeichnet.

joe

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