Auktion Nobelpreis? Kauf ich mir einfach!

Sie haben Lust auf einen Nobelpreis - aber intellektuell reicht es nicht so ganz? Das Problem lässt sich mit Geld lösen. Die Medaille eines deutschen Preisträgers kann man jetzt ersteigern.

Nobel-Medaille (hier bei einem Preisträger im Jahr 2010)
REUTERS

Nobel-Medaille (hier bei einem Preisträger im Jahr 2010)


Das Eröffnungsgebot liegt bei stolzen 95.000 Dollar, also etwa 85.200 Euro. So verkündet es die Website des Auktionshauses Heritage Auctions. Und satte Gebühren von bis zu 25 Prozent des Kaufpreises kommen noch dazu. Dafür ist das Angebot ausgesprochen exklusiv: Wer über das nötige Geld verfügt, kann in wenigen Tagen die Nobelpreis-Medaille des Heidelberger Chemikers Georg Wittig ersteigern.

Die etwa 200 Gramm schwere Medaille aus 22-karätigem Gold wurde vom schwedischen Künstler Erik Lindberg gestaltet. Sie hat gut sechs Zentimeter Durchmesser und trägt Wittigs Namen. Außerdem ist das Jahr 1979 vermerkt, in dem der inzwischen verstorbene Professor den Preis erhalten hatte. Die Auszeichnung soll mit vier weiteren an Wittig verliehenen Medaillen am 19. Oktober unter den Hammer kommen, wie die Veranstalter der Auktion erklärten.

Wittig hatte 1953 gemeinsam mit dem US-Forscher Herbert Brown die später nach ihm benannte chemische Reaktion zur schonenden Knüpfung von Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen entdeckt. Sie bildet heute das Rückgrat der organischen Chemie.

Chemiker Georg Wittig (1979)
DPA

Chemiker Georg Wittig (1979)

Das Verfahren bekam eine überragende Bedeutung für die technische Synthese zahlreicher wichtiger Naturprodukte wie etwa des Vitamins A. Erst rund ein Vierteljahrhundert nach der Entdeckung war Wittig, der 1987 im Alter von 90 Jahren starb, für die Entdeckung der sogenannten Wittig-Reaktion mit dem Nobelpreis geehrt worden. Bereits zuvor, im Jahr 1967, hatte er den Otto-Hahn-Preis für Chemie und Physik bekommen.

Den gibt es bei der Versteigerung der Nobel-Medaille jetzt sozusagen als Zugabe mit obendrauf, ebenso zwei weitere von Wittigs Auszeichnungen, die Paul-Karrer-Medaille in Gold von der Universität Zürich, die Roger Adams Medal der American Chemical Society sowie die Adolf-von-Baeyer-Denkmünze der Gesellschaft Deutscher Chemiker.

Der Nobelpreis für Chemie in diesem Jahr ging übrigens an die drei Forscher Bernard Feringa, Jean-Pierre Sauvage und Fraser Stoddart. Sie hatten mit ihren Arbeiten die Grundlagen für Autos, Fahrstühle und Rotoren im Molekülformat gelegt. Lesen Sie hier mehr über die faszinierenden Nano-Maschinen:

chs/dpa

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