Nordkoreas Bombe Keine Beweise für Atomtest gefunden

US-Geheimdienstler haben in Luftproben aus Korea keine radioaktiven Spaltprodukte entdeckt. Damit wachsen die Zweifel, ob Nordkorea tatsächlich eine nukleare Bombe gezündet hat.

Man habe noch keinen Beweis für einen Atombombentest, sagte ein US-Geheimdienstmitarbeiter nach Angaben des Nachrichtenkanals CNN. Bei der Untersuchung von Luftproben, die einen Tag nach dem angeblichen Kernwaffentest in Nordkorea genommen worden waren, habe man keine der typischen Spaltprodukte gefunden.

US-Flugzeuge hätten die Luftproben nahe der nordkoreanischen Grenze genommen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Geheimdienstmitarbeiter. "Der erste Test war negativ", habe dieser erklärt. Weitere Untersuchungen von Luftproben seinen geplant. "Ich glaube nicht, dass dabei andere Ergebnisse herauskommen", wurde der Experte zitiert.

Nordkorea hatte am Montag bekanntgegeben, erfolgreich einen Atomwaffentest durchgeführt zu haben. Dies löste weltweit Proteste und diplomatische Aktivitäten aus.

Ein ranghoher Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es sei noch "viel zu früh", um definitiv entscheiden zu können, von welcher Art die Detonation am Montag war. Seismografen weltweit hatten eine Explosion registriert. Allerdings war das Signal zu schwach, um entscheiden zu können, ob es sich um eine konventionelle oder um eine nukleare Explosion handelte.

Die Kurven der beiden Explosionsarten unterscheiden sich voneinander: Bei atomaren Tests ist der Ausschlag schärfer, bei konventionellen verschmierter. Experten spekulieren bereits, dass Nordkorea einen Nukleartest nur vorgetäuscht hat - oder aber dass der Test fehlgeschlagen ist.

Gewissheit könnte womöglich noch eine Auswertung der Daten eines Netzes von Seismografen bringen, weil sich dabei das Hintergrundrauschen eliminieren lässt und das Signal der eigentlichen Explosion deutlicher hervortritt. Ein solches Seismografen-Array sollen die USA auf einem Militärstützpunkt in Südkorea betreiben - Daten davon sind aber bisher nicht bekannt.

Südkoreanische Experten hatten bereits gestern gemeldet, dass sie auf der koreanischen Halbinsel nach dem von Pjöngjang gemeldeten Atomwaffentest keine erhöhten Strahlenwerte gemessen haben. Das Wissenschaftsministerium teilte am Donnerstag mit, auch über dem mutmaßlichen Atomtestgelände sei keine erhöhte Radioaktivität gefunden worden.

"In Nordkorea wurde keine Radioaktivität gefunden", sagte der Generaldirektor der Abteilung für Nukleartechnologie des Ministeriums, Lee Moon Ki. Er sagte nicht, wie die Messungen im Norden vorgenommen wurden. Das staatliche Korea-Institut für Nukleare Sicherheit teilte nach Auswertung von Luftproben mit, in Südkorea seien seit dem unterirdischen Test vom Montag keine erhöhten Strahlenwerte gemessen worden.

hda/AP/Reuters

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