Norwegen DNA-Analyse soll Rätsel um Wikingerfrauen lösen

Im Jahr 843 wurden die beiden gemeinsam bestattet. Fast 1200 Jahre später wollen norwegische Forscher nun mittels DNA-Analysen das Geheimnis um zwei Wikingerfrauen lüften, deren Gebeine in einem Schiff begraben lagen. Theorien gibt es mehrere.


Oslo - Die Gebeine der beiden Frauen waren schon 1904 im Wikingerschiff "Oseberg" in einem Grabhügel in Slagen im Südosten Norwegens entdeckt worden. Eine Analyse der Jahresringe im Eichenholz ergab, dass die beiden Frauen im Jahr 843 auf der "Oseberg" bestattet wurden, die inzwischen eines der Exponate des Wikingerschiff-Museums bei Oslo ist. 1948 wurden die sterblichen Überreste der Frauen in einen geschützten Aluminiumsarg umgebettet - in der Hoffnung, dass in späteren Jahren ausgereiftere Wissenschaftsmethoden mehr zur Klärung des Funds beitragen könnten.

Wikingerschiff "Oseberg": Grab für zwei geheimnisvolle Frauen
AP

Wikingerschiff "Oseberg": Grab für zwei geheimnisvolle Frauen

Norwegische Forscher haben nun heute den Sarg mit den Leichen der beiden Frauen geöffnet. DNA-Analysen sollen jetzt Aufschluss darüber geben, wo und wie die Frauen lebten und ob sie derselben Familie angehörten. Bisher kursieren mehrere Theorien. Mal heißt es, hier sei eine Wikinger-Königin zusammen mit einer Sklavin als Opferbeigabe beerdigt worden, dann wieder ist die Rede von Mutter und Tochter oder zwei Schwestern.

Terje Gansum, ein an der neuerlichen Exhumierung beteiligter Archäologe, ist sich sicher, es mit zwei Standespersonen zu tun zu haben. Denn in dem Schiffsgrab wurden seinerzeit schön verzierte Utensilien gefunden, außerdem die Überreste von 15 Pferden, vier Hunden und zwei Rindern als Begleiter auf der Reise ins Totenreich.

kai/AFP



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