Kaum Interesse an Novavax-Impfstoff Corona-Impfkampagne hat an Fahrt verloren

Der Deutsche Städtetag meldet eine bisher nur geringe Nachfrage nach dem neuen Novavax-Impfstoff. Dabei hatten viele Impfskeptiker angeblich auf den Proteinimpfstoff gewartet.
Impfstoff von Novavax: Überschaubares Interesse

Impfstoff von Novavax: Überschaubares Interesse

Foto: DADO RUVIC / REUTERS

Das Interesse an Impfungen gegen das Coronavirus ist nach Angaben des Deutschen Städtetags deutlich zurückgegangen. Auf den neuen Novavax-Impfstoff gebe es in den Impfzentren »noch keinen Run«, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Er warnte vor zu großen Impflücken in der Bevölkerung. Damit riskiere man wieder viele schwere Verläufe mit der nächsten Coronawelle.

Dedy zeigte sich gleichwohl optimistisch, dass zögerliche Menschen noch von einer Impfung überzeugt werden könnten. »Wir wollen es schaffen, noch mehr Menschen zu einer Coronaimpfung zu bewegen.« Der neu zugelassene Novavax-Impfstoff habe das Potenzial, jene Menschen zu erreichen, die skeptisch gegenüber den bisherigen Coronaimpfstoffen sind. Wichtig sei vor allem, solche zu impfen, die zur Versorgung und Pflege im Gesundheitsbereich dringend gebraucht würden, sagte er mit Blick auf die einrichtungsbezogene Impfpflicht für Beschäftigte in Pflegeheimen und Kliniken.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt den Novavax-Impfstoff seit Anfang Februar für Erwachsene. Die Vakzine ist proteinbasiert und unterscheidet sich von anderen in der EU bisher zugelassenen Vakzinen, bei denen es sich bei Pfizer/Biontech und Moderna entweder um sogenannte mRNA- oder Vektorimpfstoffe (AstraZeneca) handelt. Das Mittel von Novavax wird, im Gegensatz zu den klassischen Totimpfstoffen, mithilfe gentechnischer Methoden hergestellt. Es besteht aus dem Spikeprotein, das auf der Oberfläche des Coronavirus sitzt. Die Stiko empfiehlt zwei Impfungen im Abstand von mindestens drei Wochen.

Auch das Robert Koch-Institut (RKI) hatte knapp eine Woche nach dem Novavax-Impfstoffstart eher geringes Interesse verzeichnet. Damals wurden in den ersten Tagen nur 13.200 Dosen des US-Herstellers verimpft. Gesundheitsminister Karl Lauterbach sagte, dass das Präparat nicht wirklich erfolgreich eingesetzt werden könne. Ursprünglich hieß es, dass viele Impfskeptiker angeblich auf den Proteinimpfstoff warteten. Doch nach Lauterbach sei es auch bei diesem Impfstoff durch Impfgegner in sozialen Medien zu Falschinformationen und Verhetzung gekommen.

Laut RKI haben inzwischen rund 75,6 Prozent der Menschen in Deutschland (mindestens 62,8 Millionen Menschen) einen Grundschutz erhalten, für den meist zwei Spritzen nötig sind. Bundesweit haben 57,4 Prozent (rund 48 Millionen) zusätzlich eine Auffrischungsimpfung bekommen. Mindestens einmal geimpft sind 76,4 Prozent (63,5 Millionen Menschen).

joe/AFP
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