"Odyssey"-Manöver "Wir sind zurück auf dem Mars"

Bei der US-Raumfahrtbehörde Nasa ist die Erleichterung unverkennbar: Nach zwei gescheiterten Missionen in Folge schaffte es nun wenigstens die Sonde "Odyssey", dem Roten Planeten unbeschadet näher zu kommen.

Interaktive Grafik: Die Module der "Odyssey"




Der Ruf der Nasa ist vorerst gerettet: In der Nacht zum Mittwoch schwenkte die Raumsonde "Mars Odyssey" problemlos in die Umlaufbahn um den Mars ein. Nach dem Zünden der Bremsraketen wurde die Sonde von der Anziehungskraft des Planeten eingefangen und verschwand hinter dem Mars. 20 Minuten später tauchte sie wieder auf und sandte ein Signal zur 150 Millionen Kilometer entfernten Erde.

Nach dem erfolgreichen Manöver brachen die Mitarbeiter des Kontrollzentrums in Pasadena in Jubel aus. "Es ist wunderbar. Wir sind zurück auf dem Mars", sagte Chefingenieur Daniel McCleese. Projektmanager Matt Landano sprach von einem exzellenten Manöver.

Das Einschwenken in die Umlaufbahn galt als besonders kritischer Moment der Mission. Nun soll die Sonde in einem als "Aerobraking" bezeichneten Bremsmanöver abgesenkt werden, bis sie Ende Januar ihren endgültigen Orbit in rund 400 Kilometer Höhe über dem Roten Planeten erreicht hat.

Dann sollen die Instrumente der Sonde mit der wissenschaftlichen Erkundung des Mars beginnen. Das Gamma-Spektrometer und die "Themis"-Kamera sollen die Zusammensetzung der Planetenoberfläche erfassen sowie Wasservorkommen und geothermisch aktive Gebiete aufspüren.

Mit dem "Marie"-Messgerät will die Nasa mögliche bemannte Missionen vorbereiten. Das Instrument soll die kosmische Strahlung bestimmen, um so die Gefahr für menschliche Besucher besser abschätzen zu können.

Einen glücklichen Auftakt der insgesamt 297 Millionen Dollar teuren "Odyssey"-Mission hatte die Nasa dringend nötig - die Erfolgsquote bei den bisherigen Marsflügen lag unter 30 Prozent. Besonders peinlich waren die beiden letzten Verluste der Raumfahrtbehörde: Der "Climate Orbiter" verglühte 1999, weil Techniker englische und metrische Maßeinheiten verwechselt hatten, beim "Polar Lander" wurden auf Grund eines Softwarefehlers die Bremstriebwerke zu früh abgeschaltet.

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