Pannen-AKW Tricastin 100 Menschen bei Inspektion verstrahlt

Die Pannenserie im französischen AKW Tricastin reißt nicht ab: Bei einer Inspektion sind etwa hundert Menschen mit radioaktivem Material in Berührung gekommen. Es ist bereits der zweite Atom-Zwischenfall in der Nuklearanlage binnen weniger Wochen.

Paris - Wie französische Medien am Mittwoch berichteten, wurden bei der Inspektion in Tricastin etwa 100 Menschen "leicht" kontaminiert. Aus einem Schlauch der Atomanlage seien radioaktive Elemente entwichen, hieß es. Näheres wurde zunächst nicht bekannt. Die französische Atomaufsichtsbehörde (ASN) stufte den Unfall auf der Bewertungsskala von 0 bis 7 allerdings mit dem niedrigsten Wert 0 ein. Der Direktor der Anlage, Alain Peckre, bezeichnete den Vorfall als "belanglos".

Anfang Juli waren in der zweitgrößten Atomanlage Frankreichs aus einem undichten Überlaufbecken etwa 18 Kubikmeter mit Uran belasteter Flüssigkeit ausgelaufen und in zwei Flüsse gelangt. Damals wurde der Unfall den Behörden erst einen Tag später gemeldet. Bei dem jetzigen Zwischenfall handelt es sich um den vierten in Frankreich in diesem Monat.

Erst am Dienstag wurden bei 15 Mitarbeitern des französischen AKW von Saint-Alban leichte Spuren einer Kontamination festgestellt. Sie hatten eine Baustelle inspiziert, auf der leichte Spuren von radioaktiven Elementen gefunden wurden.

amz/dpa

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