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29. März 2000, 16:40 Uhr

Patentanmeldung

Viagra bald als Nasenspray

In besonders "dringenden Fällen" können sich Männer mit Potenzproblemen künftig einer flüssigen Variante des blauen Erfolgsschlagers bedienen, die noch schneller wirken soll als die Wunderpille.

Blaues Wunder Viagra
DPA

Blaues Wunder Viagra

London/München - Dies geht zumindest aus einer Patentanmeldung des britischen Viagra-Herstellers Pfizer (Sandwich/Kent) beim Europäischen Patentamt in München hervor. Wie das Wissenschaftsmagazin "New Scientist" berichtet, hat Pfizer frühere Befürchtungen, Viagra würde beim Inhalieren nicht rasch genug wirken und die Nase verstopfen, als unbegründet verworfen.

Ergänzend zu dem Viagra-Wirkstoff Sildenafil habe man einen neuen Wirkstoff entwickelt, das Sildenafil Mesylate. Dieser sei unerwartet gut wasserlöslich und daher für ein Nasenspray geeignet. Er sei sehr stabil, was ihn lagerfähig mache. Pfizer schreibt in dem Patentantrag, man habe "überraschenderweise" festgestellt, dass Sildenafil als Nasenspray sehr viel schneller als in Tablettenform wirke. Auch die Gefahr einer Nasenverstopfung sei nach neuen Erkenntnissen nicht so groß wie befürchtet.

Bereits vor einem guten Jahr hatten Forscher an der Universität von Kentucky erklärt, Viagra als Nasenspray verhelfe einem Mann praktisch unmittelbar zur Erektion. Dagegen müsse man bei der Einnahme der Tablette mindestens eine halbe Stunde warten - zu lange für ungeduldige Männer, die dann möglicherweise eine zweite Pille einnähmen und damit überdosierten. Von Pfizer war zunächst keine Auskunft zur Frage zu bekommen, wann das Nasenspray auf den Markt kommen werde.

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