Alte Liebe 6000 Jahre innig vereint

In einer Höhle in Griechenland haben Forscher zwei Skelette aus der Jungsteinzeit entdeckt. Das Pärchen lag eng umschlungen in seinem Grab - fast 6000 Jahre lang.
Eng umschlungen nach dem Tod: Das Pärchen lebte um 3800 vor Christus

Eng umschlungen nach dem Tod: Das Pärchen lebte um 3800 vor Christus

Foto: Greek Ministry of Culture

Archäologen haben in Griechenland eine seltene Entdeckung gemacht. In einem Grab in der Diros-Höhle auf der Halbinsel Peloponnes fanden sie ein Pärchen, das in enger Umarmung begraben wurde. Nun wurden die sterblichen Überreste wissenschaftlich untersucht.

Analysen des Kohlenstoffgehalts der Knochen ergaben, dass das Paar etwa 3800 Jahre vor Christus gelebt hat. Die beiden waren zwischen 20 und 25 Jahre alt. Über DNA-Analysen wurden ihre Geschlechter bestimmt.

"Es könnte sein, dass es das älteste Grab ist, das je gefunden wurde", berichtet Ausgrabungsleiter Georgios Papathanassopoulos, der die Höhle seit den Siebzigerjahren durchsucht. Dass das Paar gemeinsam begraben wurde, zeige die Bedeutung der Familie auch nach dem Tod in früheren Zeiten.

Organisierte Gesellschaft

Die Archäologen fanden auch noch Überreste von einem zweiten Pärchen in einem nahe gelegenen Grab. Dieses Paar ist allerdings älter. Solche Doppelgräber seien ein seltenes Phänomen und würden ebenso selten entdeckt, teilte der griechische Kulturminister mit.

Die Diros-Höhle wurde in der Jungsteinzeit von Menschen bewohnt. Neben den Skeletten fanden die Forscher hier diverses Keramikgeschirr und Perlenschmuck. Das deute auf eine organisierte Gesellschaft hin, berichtet Forscher Papathanassopoulos.

Sich innig umarmende Paare werden immer mal wieder in Gräbern entdeckt. 2007 berichteten etwa italienische Forscher von einem ähnlichen Fund. Sie gingen damals davon aus, dass ihr Pärchen aus der Frühsteinzeit etwa 5000 bis 6000 Jahre alt ist. Es dürfte also in etwa zur gleichen Zeit gelebt haben wie das nun entdeckte Paar.

jme
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