Polar Lander Mars - Erde 2:0

Die Nasa ist auch mit ihrem letzten Versuch gescheitert, einen Kontakt zu der seit Freitag verschollenen Marssonde herzustellen. Nach dem "Polar Lander" wird jetzt mit einem Satelliten gesucht. Doch nicht einmal die Ursachenforschung beginnt erfolgversprechend.

Pasadena - Von der umgerechnet rund 316 Millionen Mark teuren Sonde fehlte auch nach einem Kontaktversuch um 09.00 Uhr MEZ weiter jede Spur. "Nach vier zunehmend schweren Tagen hat das Flugüberwachungs-Team nun seinen letzten Trumpf ausgespielt", sagte Nasa-Projektleiter Richard Cook. "Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, wo wir nur noch geringe Hoffnungen hegen."

Der "Polar Lander" ist so programmiert, dass er sich vorübergehend in einen "Schlafmodus" versetzt, sollte es nach der Landung auf dem Mars Schwierigkeiten geben. Nachdem auch der bislang letzte Versuch zur Kontaktaufnahme gescheitert ist, gilt als sicher, dass sich die Sonde in den vergangenen Tagen nicht in diesen Modus geschaltet hat. Damit wird immer wahrscheinlicher, dass der "Polar Lander" gar nicht auf dem Roten Planeten gelandet, sondern beim Eintreten in die Marsatmosphäre verglüht oder bei der Landung zerschellt ist.

Nach Auskunft des am Projekt beteiligten Max-Planck-Instituts für Aeronomie in Katlenburg-Lindau bei Göttingen wollen die Ingenieure und Wissenschaftler der Nasa am Donnerstagmorgen gegen 07.50 Uhr MEZ einen allerletzten Versuch zur Kontaktaufnahme starten. Dies habe die Bodenzentrale in Pasadena im US-Bundesstaat Kalifornien dem MPI mitgeteilt, sagte Sprecher Kristian Schlegel.

Allerdings gibt es nach der Einschätzung von Nasa-Experten kaum noch viel versprechende Möglichkeiten, dass sich die Sonde selbständig meldet. Cook hatte zuvor mitgeteilt, die Mission werde frühestens in zwei Wochen zum Fehlschlag erklärt. Bis dahin hoffen die Forscher, mit Hilfe der Sonde "Global Surveyor", die den Mars umkreist, eine Spur vom "Polar Lander" zu finden. Die Teleskope des Beobachtungssatelliten sind stark genug, den Bremsfallschirm von "Polar Lander" aufzuspüren, nicht aber die Sonde selbst.

Wahrscheinlich muss die Nasa nun innerhalb der nächsten drei Monaten Untersuchungen zum Fehlschlag der Mission einleiten. Anders als bei der Schwestersonde "Climate Orbiter", die im September wegen eines peinlichen Rechenfehlers havarierte, wird beim "Polar Lander" die Ursachenbestimmung nicht so leicht fallen. "Möglicherweise ist alles wie geplant gelaufen, die Sonde ist aber einfach an einem unglücklichen Ort gelandet", sagte der Physiker und Projektexperte Robert Park. "Wer weiß, ob sie auf einem großen Felsblock aufgesetzt hat und umgefallen ist? Wir wissen es nicht, und ich glaube, wir werden es nie wissen."

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