Arktis-Expedition Forschungsschiff "Polarstern" hat seine Eisscholle wiedergefunden

Versorgungsengpässe zwangen die "Polarstern"-Expedition zu einem Zwischenstopp in Spitzbergen. Jetzt ist die neue Mannschaft wieder in der Nähe des Nordpols - und folgt zu Forschungszwecken einer Eisscholle.
Das Forschungsschiff "Polarstern" in der arktischen Dunkelheit

Das Forschungsschiff "Polarstern" in der arktischen Dunkelheit

Foto: LUKAS PIOTROWSKI/ AFP

Sie waren auf Eisbären-Attacken oder Schneestürme vorbereitet und trainiert für Extremsituationen. Doch dann machte der größten Expedition in der Geschichte der Arktisforschung nicht das menschenfeindliche Klima oder wilde Tiere, sondern die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung.

Doch nun geht die historische Mosaic-Arktisexpedition weiter: Nach einmonatiger Unterbrechung und einem trotz der Corona-Pandemie erfolgreichen Austausch der Crew hat das deutsche Forschungsschiff "Polarstern" wieder "seine" Eisscholle in der Zentralarktis erreicht. Wie das Alfred-Wegener-Institut (AWI) am Donnerstag in Bremerhaven weiter mitteilte, setzt das neue Team mit Teilnehmern aus 19 Ländern nun die Messungen in der Arktis fort.

Die "Polarstern" war im vergangenen September zu der groß angelegten Forschungsmission aufgebrochen, in deren Verlauf sie sich insgesamt rund ein Jahr lang mit der Eisscholle durch die Polarregion treiben lässt. Am 12. Oktober wird der Eisbrecher in seinem Heimathafen Bremerhaven zurückerwartet.

Für den jüngsten turnusmäßigen Wechsel der rund hundertköpfigen Mannschaft musste die "Polarstern" die Eisscholle vorübergehend verlassen: Da die üblichen Wege für den Mannschaftsaustausch und die Versorgung mit Nachschub wegen der Coronakrise zusammengebrochen waren, machte sich das Forschungsschiff am 17. Mai zur norwegischen Polarinsel Spitzbergen auf den Weg. Dort traf es zwei weitere deutsche Forschungsschiffe mit der neuen Crew und Versorgungsgütern an Bord.

Nach erfolgreichem Austausch erreichte die "Polarstern" nun wieder die Mosaic-Eisscholle bei 82,2 Grad Nord und 8,4 Grad Ost. Die Expedition soll Erkenntnisse über die in der Arktisregion ablaufenden komplexen Umweltprozesse in einer bislang unbekannten Detailtiefe liefern. Das soll Klimamodelle verbessern helfen. Dazu zählen unter anderem etwa die genauen energetischen Wechselwirkungen zwischen Eis und Atmosphäre oder die Eisbewegungen durch den Wind.

sug/afp
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